Nur ein Strich in der Landschaft

Die aufgeständerte Verlängerung der Südost-Tangente würde alle Belange berücksichtigen, meint Architekt Heiner Schreml. Skizze: Schreml

Seine ungewöhnlichen Ideen sind nicht immer unumstritten. Doch sie sorgen für Diskussionen. Nun hat Architekt Heiner Schreml ein neues Objekt entdeckt, um das er sich kümmert: Die Verlängerung der Südost-Tangente nach Tröglersricht. Und die stellt er "ganz unkonventionell" gleich mal auf Stützen.

Die Vervollständigung der Südost-Tangente vom Butterhof bis Tröglersricht sei eine längst überfällige städtebauliche Maßnahme, unterstreicht Schreml. Spätestens seit der Grenzöffnung zu Tschechien sei die Vohenstraußer Straße von einer damals schon überlasteten Wohnstraße zu einer überregionalen Durchgangsstraße aufgewertet worden. Die 16 000 Fahrzeuge pro Tag seien eine unzumutbare Belastung für eine das Wohngebiet durchschneidende Verkehrsachse. Außerdem gehe der Stadt durch eine so stark belastete Straße dringend benötigtes, hochattraktives Bauland in Weiden-Ost verloren.

Die Herausforderung an diese Trassenführung bestehe in der Beachtung und Rücksichtnahme auf die freie Natur, die Topographie, den Landschaftsschutz, Tier- und Umwelt, Lärmbelästigung sowie der Wander- und Wirtschaftswege. Um allen Belangen gerecht zu werden, biete sich "schon von selbst" eine aufgeständerte Straße an.

Brücke bis 45 Meter hoch

Die Höhendifferenz zwischen dem Anschluss an die Vohenstraußer Straße und den Butterhof betrage 25 Meter. Der tiefste Punkt dieser 1800 Meter langen Trasse befinde sich dort, wo der Egelseewiesenbach den landwirtschaftlichen Weg kreuze. "Er liegt nochmals zehn Meter unter dem Butterhof-Niveau."

Getragen werde diese hochgeständerte Straße von 16 Einzelstützen, die alle 100 Meter in der Landschaft stehen. Im Schirchendorftal hänge sein Vorschlag die Fahrbahn auf 600 Metern an zwei Pylonen mit Schrägseilen auf. "Dort, in dieser unbewaldeten, freien Fläche, schwebt sie filigran in 45 Metern Höhe." Die "Brücke" sei "nur als schmaler Strich in der Landschaft wahrnehmbar".

Schreml schwärmt von den Vorteilen dieser Lösung: Kein Spazierweg, keine landwirtschaftliche Flur kreuze die Ost-Tangente. Die Flur bleibe unberührt. Den Verkehrslärm lenke die darunter liegende Fahrbahn nach oben ab. "Mit dieser Konstruktion ist die Trassenführung eine ästhetische Besonderheit im Einklang mit der Natur und eine beispielhafte Attraktion für die Stadt Weiden."

Weigelstraße verlängern

Die gleiche Konstruktion biete sich für die rund 700 Meter lange Verlängerung der Weigelstraße über den Flutkanal zum Hetzenrichter Weg an, meint Schreml. "Ohne diese Verlängerung ist eine verkehrsberuhigte Zone in der Sedanstraße ausgeschlossen."

Einziges Manko: Zu den zu erwartenden Baukosten wollte sich Schreml nicht äußern: "Die Idee ist wichtig. Wer fragt im derzeitigen Stadium schon nach dem Preis?"
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