Nur ein Zaun vor der Grube

Gerade einmal fünf Meter ist der Rand der AKW-Kaolingrube vom östlichen Straßenrand der Kreisstraße AS 18 entfernt, dann geht es senkrecht in die Tiefe. Die Bürger von Weiher und Kricklhof wollen eine Absicherung durch eine Leitplanke, Ortssprecher Karl Hanauer, Werner Wendl aus Weiher, Gabi Meindl von der Verkehrswacht, die Busfahrer Inge und Georg Bauer sowie Hubert Ritz (von links) von der Verkehrswacht unterstützen dies. Bild: u

Die Weiherer und Krickelsdorfer sind sauer auf das Landratsamt. Der Grund: Die Behörde unternimmt nichts, um die Kreisstraße AS 18 auf der östlichen Seite im Bereich der AKW-Kaolingruben durch Leitplanken abzusichern. Auch die Verkehrswacht und die Fahrer der Kindergarten- und Schulbusse bringen kein Verständnis auf.

Gerade einmal fünf Meter neben dem Straßenrand geht es mindestens 30 Meter senkrecht in die Tiefe. Einziges Hindernis bis zum Grubenrand sind ein "stinknormaler Maschendrahtzaun und ein paar Sträucher und Büsche". Bei einem Ortstermin, den Ortssprecher Karl Hanauer aus Weiher an der Grube initiiert hatte, hatten der Verkehrswacht-Vorsitzende Hubert Ritz, seine Stellvertreterin Gabi Meindl und das Schulbusfahrerehepaar Georg und Inge Bauer nur ein Kopfschütteln für die Untätigkeit der zuständigen Behörden übrig.

Straße stark frequentiert

Mit Karl Hanauer und Werner Wendl (Weiher) waren sie sich einig, dass die AS 18 wegen des Gewerbegebiets am Dienhof und vor allem im Sommer, wenn der Freizeitpark am Monte Kaolino geöffnet ist, eine sehr stark frequentierte Straße ist. Von Weiher her kommend werde auf der abschüssigen Straße in der Linkskurve neben der Kaolingrube relativ schnell gefahren. Daran ändere auch das zwischenzeitlich aufgestellte Verkehrsschild nichts, das die Geschwindigkeit wenige Meter vor der Kurve auf 70 km/h begrenzen soll. In der Realität halte sich nur eine Minderheit daran. Im Übrigen würde der Drahtzaun nicht einmal einer Geschwindigkeit von 50 km/h standhalten. Georg und Inge Bauer ergänzten, dass es genau in diesem Abschnitt im Winter immer wieder zu Glätte komme, weil quer über die Straße fließendes Wasser gefriert.

Laut Ortssprecher Hanauer habe man die Gefährlichkeit schon vor gut eineinhalb Jahren dem damaligen Leiter des Landkreistiefbauamtes, Hermann Trager, vor Augen geführt. Seitens des Landkreises habe sich nichts bewegt. Diese Gleichgültigkeit sei logisch nicht nachvollziehbar, weil auf der Westseite der AS 18 Leitplanken installiert sind. Sie seien wegen der unmittelbaren Nähe zur Grube sofort mit der Neutrassierung der Straße angebracht worden.

"Zig Meter in die Tiefe"

Zu diesem Zeitpunkt habe es zwischen der Fahrbahn und dem östlichen Grubenrand noch einen breiten Grünstreifen und die alte Straßentrasse gegeben. Im Laufe der Jahre habe die AKW diesen Bereich zum Abbau genutzt und die Kaolingrube immer näher an die Straße gerückt. Stadtauswärts werde auf der leicht ansteigenden Strecke unmittelbar nach dem auf 50 km/h begrenzten Innerortsbereich wesentlich langsamer gefahren als auf der abschüssigen Strecke stadteinwärts. "Wenn ein Auto stadteinwärts die Kurve verpasst, haben die Insassen keine Chance", erklärte Hanauer. "Dann geht es zig Meter senkrecht in die Tiefe." Er kündigte an, dass die Bürger aus Weiher und Kricklhof eine Unterschriftenaktion starten werden.

Der Unterstützung der Vertreter der Verkehrswacht sowie der Kindergarten- und Schulbusfahrer, die täglich oft mehrfach auf dieser Strecke unterwegs sind, können sie sich dabei gewiss sein.
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