Oberbürgermeister Kurt Seggewiß: Betreuungsangebote decken erstmals alle Ferien ab
Ferienbetreuung: Es geht voran

Sie ziehen zugunsten der Kinder von berufstätigen Eltern an einem Strang. Die Anbieter und Initiatoren von Ferienbetreuungsangeboten (von links) Stephan Müller (LearningCampus), Imke Saße (Imsalabim), Hilde Zebisch (AWO), Jugendamtsleiterin Bärbel Otto, Renate Reisnecker (Ferienbetreuung Moosbach), Rektorin Silvia Bäumler (vorne), Monika Langner (hinten), Margot Salfetter, Barbara Mädl, Daniela Schauer und OB Kurt Seggewiß. Bild: Götz
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
23.02.2015
126
0

Das Problem ist bekannt: Die Kinder haben 14 Wochen Ferien, die Eltern 6 Wochen Urlaub. Klar, dass da eine große Lücke klafft. Doch die wird jedes Jahr ein bisschen kleiner. Dank der Anstrengungen der Gleichstellungsbeauftragten und Gemeinden.

Weiden/Neustadt. (ps) "Die Betreuungsangebote decken heuer erstmals alle Ferien ab", freut sich Oberbürgermeister Kurt Seggewiß bei dem Pressegespräch am Montag. Eine Einschränkung gibt es dann aber doch: Die Weihnachtsferien sind überall ausgenommen. "Die bleiben der Familie vorbehalten." Im Übrigen haben das Bündnis für Familien - vertreten durch die Gleichstellungsbeauftragten Monika Langner (Stadt Weiden), Barbara Mädl (Landkreis Neustadt/WN) und Margot Salfetter (Arbeitsagentur Weiden) - und eine ganze Reihe von Gemeinden ein buntes Bündel von Betreuungsangeboten geschnürt, das grob geschätzt knapp Tausend Elternpaaren die Last von den Schultern nehmen dürfte.

Neu in Weiden ist das Angebot von Imke Saße. Sie bietet in ihrer Spiel- und Lernwerkstatt Imsalabim in der zweiten Woche der Osterferien erstmals ein Programm für Kinder von 6 bis 12 Jahren an. Unter dem Motto "Tierisch gut - wenn Tiere sprechen könnten" werden die Kinder hier basteln und spielen: werktags von 7.30 bis 14 Uhr. Ausnahme Donnerstag: da steht ein Ausflug auf dem Programm, deshalb von 7.30 bis 17 Uhr. Kosten: 10 Euro pro Tag plus 2 Euro fürs Mittagessen (kalt). Geplant sind auch Betreuungsangebote in den Pfingst- (1 Woche), Sommer- (4 Wochen) und Herbstferien (1 Woche).

Die von der Clausnitzerschule angebotene Ferienbetreuung hat so gut eingeschlagen, dass sie in diesem Jahr noch weiter ausgebaut wird. "Wir haben uns vor zwei Jahren entschieden, wir machen die Schule in den Ferien auf und das Konzept funktioniert", berichtete Rektorin Silvia Bäumler. "Aber das muss jede Schule für sich entscheiden." Der Förderverein der Clausnitzerschule hat deshalb heuer erstmals in den Faschingsferien eine Betreuung angeboten. Geöffnet wird außerdem je eine Woche in den Oster- und Pfingstferien sowie die ersten beiden Wochen der Sommerferien. "Unsere Kinder sind abends immer schmutzig", warnt Daniela Schauer die Eltern schon mal vor. "Es geht wild zu." Betreut werden maximal 40 Buben und Mädchen in Gruppen bis zu zehn Kindern. Auch Externe sind willkommen. Kosten: 12 Euro pro Kind, 8 Euro für Geschwister und 3 Euro fürs Mittagessen.

Seit Jahrzehnten bewährt hat sich das Angebot der Arbeiterwohlfahrt, das Kreisvorsitzende Hilde Zebisch vorstellte. Bis zu 30 Kinder erleben hier in den ersten drei Wochen der Sommerferien mit Besuchen von Schätzlerbad, Reiterhof und vielem mehr abwechslungsreiche Tage. Kosten: 25 Euro pro Woche plus 3 Euro fürs Mittagessen. Vom 14. bis 28. August lädt die AWO heuer außerdem zur Kindererholung nach Büsum.

Dazu kommt in Weiden außerdem das Betreuungsangebot der Kindersportschule KISS des Team Oberpfalz (info@kiss-weiden.de).

Auch im Landkreis Neustadt bieten mittlerweile immer mehr Gemeinden kompakte Betreuungsmaßnahmen an. "Zehn Gemeinden sind es in diesem Jahr", freute sich Barbara Mädl. Viele Gemeinden - aber auch Firmen - arbeiten hier mit dem Learning-Campus zusammen (siehe Kasten). Neu dabei sind in diesem Jahr die Gemeinden Weiherhammer und Mantel. "In Luhe-Wildenau wird heuer erstmals eine komplette Ferienbetreuung in den Sommerferien angeboten." Die Maßnahme in Altenstadt/WN läuft unter dem Motto "Kids in Action".

Als "nachahmenswertes Beispiel" empfahl Barbara Mädl außerdem die noch relativ junge Ferienbetreuung in Moosbach. Nach einer Elternumfrage hat Renate Reisnecker (von Beruf Vermittlerin im Jobcenter Vohenstrauß) dieses Projekt auf die Beine gestellt. Träger ist die Gemeinde, die auch die Grundschulräume zur Verfügung stellt. Gestartet wurde die Maßnahme in den Osterferien 2014. Heuer haben die Aktiven bereits die Faschingsferien abgedeckt (jeweils von 7.15 bis 13 Uhr). Renate Reisnecker: "Wir öffnen außerdem eine Woche in den Oster- und Pfingstferien sowie in den Sommerferien die letzten zwei Wochen vor Schulbeginn." Dank der Unterstützung durch Sponsoren und Vereine können die Kosten hier mit 5 Euro pro Tag und Kind relativ niedrig gehalten werden. Geschwister zahlen 2,50 Euro. Trotzdem sind die Kosten für alleinerziehende Mütter, die knapp über der Hartz-IV-Grenze liegen, nur schwer aufzubringen, weiß die Projektleiterin.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.