Oberpfälzer Waldverein: Nachbarschaftshilfe mit Freifunk
Freifunk für Flüchtlinge

Klein, aber oho: Diesen Router hat Martin Kießling in der Hauptgeschäftsstelle des Oberpfälzer Waldvereins angeschlossen. Seither können Flüchtlinge im Haus gratis im Internet surfen. Bild: Huber

Die Mitglieder des Oberpfälzer Waldvereins begeben sich oft auf Wanderschaft. Den Weg, den sie nun aber beschreiten, ist völliges Neuland. Sie leisten Nachbarschaftshilfe mit Freifunk. Davon profitieren die Flüchtlinge in ihrer Unterkunft am Rotkreuzplatz: Ab sofort surfen sie gratis im Internet.

Freifunk-Knoten heißt die technische Finesse, derer sich die Verantwortlichen des Oberpfälzer Waldvereins bedienen. "Wir mussten hier in der Hauptgeschäftsstelle am Rotkreuzplatz nur einen Freifunk-Router aufstellen, und schon läuft's", sagt der Pressewart des OWV, Martin Kießling. Kostenpunkt für den Heimatverein: rund 20 Euro.

Nun können die etwa zehn Flüchtlinge, die die Stadt im Erdgeschoss des Hauses untergebracht hat, gratis über das Netz des Vereins mit ihren Lieben zu Hause surfen oder Kontakt zu verwandten Flüchtlingen aufnehmen. Und das tun sie auch fleißig, weiß Kießling. Wie? Sie loggen sich mit ihren Smartphones, meist das einzige und wichtigste Hab und Gut der Asylbewerber, ein.

Freifunk ist keine neue Erfindung. In Berlin, Dortmund und auch in Regensburg gibt es längst gleichnamige Vereine, die das hehre Ziel haben, einen kostenlosen Internetzugang für alle zu bieten. Das funktioniert, indem ein Nachbar seinen Internetanschluss mit allen teilt. Er verbindet sich über einen speziellen Router mit dem Netzwerk. Die Netzinfrastruktur dahinter trägt ein gemeinnütziger Verein.

Der OWV Weiden nutzt hierzu den Router von www.regensburg-freifunk.net. Mitglied des Vereins ist er aber nicht geworden. Weitere Kosten fallen für den Heimatverein durch das Surfen der Flüchtlinge auch nicht an: "Der Freifunk-Knoten kostet uns nichts und hilft den Asylbewerbern enorm", sagt Kießling. Entsprechend hofft er auf Nachahmer in Weiden.

Übrigens: Bald wird das Gratis-Internet am Rotkreuzplatz noch wertvoller werden. In die Unterkunft sollen laut Rechtsdezernent Hermann Hubmann bald unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einziehen. Das Netz könnte sie im fremden Weiden wieder mit den Eltern in der Heimat verbinden.
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