Oberwasser für Freibäder

Im Supersommer 2015 herrschte reger Andrang im Stadt- sowie im Schätzlerbad (Bild). Uneingeschränkte Freude löst das aber nicht aus. Bild: Hartl

Für den Wau-Effekt im Schätzlerbad sorgte zum Saisonabschluss das Hundeschwimmen. Das große Knurren gab's schon lange zuvor: wegen der verkürzten Öffnungszeiten. Trotzdem kam's im "Schätzler" zum Rekordbesuch im Supersommer. Auch die Verantwortlichen im Stadtbad strahlen mit Blick aufs Zahlenwerk. Eine Sommernachlese zum Herbstanfang.

Draußen wallen die Nebel. Doch Reinhard Meier, Vorsitzender des Schwimmvereins, der das Schätzlerbad betreibt, sowie Andreas Baierl vom Stadtbad haben ihn noch ganz deutlich vor dem geistigen Auge: den Supersommer 2015. Dem Schätzler- wie dem Stadtbad bescherte er Besucherrekorde.

Im Freibad in der Mooslohe haben sich 173 000 Badegäste - bis zu 30 000 mehr als 2014 - abgekühlt. Ins Stadtbad kamen mit 46 500 mehr Besucher als jemals zuvor, freut sich Bademeister Baierl. Er nennt für den Zustrom vor allem fünf Gründe: Das Stadtbad genieße mittlerweile wieder einen sehr guten Ruf, ein Besuch dort ist kostenlos, gerade junge Familien bevorzugen wieder vermehrt Naturgewässer wie die Naab eines ist, das Zusatzangebot des Grillens dort kommt super an - "und ins Stadtbad kann man kommen und gehen, wann man will".

Anders im Schätzlerbad: Hier kam es 2015 unter massivem Protest zu verkürzten Öffnungszeiten. Nötig waren sie trotz Eintrittspreiserhöhung, um mit Blick auf die enge Finanzlage Personal- und Heizkosten zu sparen. Wegen der Hitze ergab sich 2015 sechs Mal die Chance zum beliebten Abendschwimmen. "Nur ist das After-Work-Klientel nicht so laut wie das 9-Uhr-Klientel", sagt Meier. Der Protest blieb. Und das obwohl sich im Vergleich zu den nächst gelegenen Freibädern zeigt: Trotz Kürzung der Öffnungszeiten bot das "Schätzler" mit 73 Stunden pro Woche den längsten Badespaß. Gefolgt vom Freibad Windischeschenbach (72 Stunden/Woche), Pleystein (71) und Tirschenreuth (69).

Obendrein bescherte der Besucherrekord zwar Mehreinnahmen von 70 000 Euro. 20 000 Euro davon gingen aber sofort wieder drauf: Denn mehr Besucher verursachen höhere Betriebskosten. "Wir haben 100 Kubikmeter mehr Wasser und 10 000 Kilowatt mehr Strom gebraucht", rechnet Meier vor. Am Ende bleibe ein Überschuss von 50 000 Euro. Genau um diese Summe aber kürzte der Stadtrat die jährlichen Zuschüsse zum Badebetrieb, der pro Jahr rund 500 000 Euro kostet. Tendenz steigend. Deshalb geht die Angst beim Schwimmverein um, bei steigenden Kosten und niedrigeren Zuschüssen unterzugehen. Demnächst wird sich der Finanzausschuss dazu beraten.

Anders im Stadtbad, bei dem weit weniger Personal vorzuhalten ist und sich die Betriebskosten 2015 auf wohl knapp 140 000 Euro belaufen. Deshalb - und wegen des engagierten Fördervereins - darf schon mal geträumt werden. Bademeister Baierl schwebt da ein Floß vor, das ab 2016 im Kinderbecken treiben könnte.
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