Öfter mal Tempo 30

Noch dürfen Autos hier nur rechts abbiegen. Wenn jedoch die Sedanstraße im Sommer gesperrt wird, soll nach dem Willen der SPD auch das Linksabbiegen von der Weigel- in die Bahnhofstraße möglich sein. Bild: Hartl

Mehr Platz für Fußgänger und Radler. Weniger Tempo bei den Autos. In diese Richtung will die SPD den Verkehr in Weiden lenken.

Die Autofahrer sollen in Weiden öfter mal vom Gas gehen. "Sicherheit hat Vorrang gegenüber Schnelligkeit" - diesen Kurs gibt Fraktionschef Roland Richter für die Verkehrspolitik der SPD vor. Das zeigt sich nicht zuletzt an einem Antrag, den die Genossen für den Stadtrat vorbereiten: Nur noch auf Hauptverkehrsstraßen soll "Tempo 50" möglich sein, die Geschwindigkeit auf allen anderen Trassen generell auf 30 "Sachen" sinken.

"Nicht schnell und zügig, sondern stetig und sicher" - diesen roten Faden hat Richter dann auch im Verkehrskonzept von Dr. Reinhold Baier ausgemacht. Der umfangreichen Expertise aus dem Jahr 2012 widmete die SPD ihre komplette jüngste Fraktionssitzung. Dafür sei's auch höchste Zeit gewesen, meint der Fraktionsvorsitzende. Während die CSU die Themen frühzeitig in Ortsverbänden besprach, widmeten sich die Genossen bisher nur immer jenen Teilaspekten, die gerade zur Entscheidung anstanden. Die Diskussion um die durchgehende Fußgängerzone lieferte den SPD-Fraktionsmitgliedern jetzt den Anlass, sich das Baier-Werk gründlich vorzunehmen.

Apropos "FuZo": Bei der "Variante 2" im Verkehrskonzept - eben den Lückenschluss der Fußgängerzone am Issy-les-Moulineaux-Platz - gibt es laut Richter zwar auch Bedenken bei seinen Mitstreitern, unterm Strich aber "eine klare Mehrheit". Die Testphase ab Sommer sei richtig.

Damit das Experiment gelingt und der Verkehr rundherum in geordneten Bahnen verläuft, seien jedoch flankierende Maßnahmen nötig. Insbesondere, den "Knotenpunkt" an der Ecke Weigel-/Bahnhofstraße aufzulösen. Dort ist, von der Weigelstraße kommend, nur Rechtsabbiegen möglich. Die SPD plädiert dafür, die Busspur aufzulösen und auch das Linksabbiegen in Richtung Bahnhof zu ermöglichen. Auf der Bahnhofstraße selbst soll es nicht nur Bussen vorbehalten sein, nach rechts in die Weigelstraße einzubiegen.

Leistungsfähiger soll die Nikolaistraße werden. Die SPD wünscht sich stadteinwärts zwei Spuren - wie das die Stadt bereits vor Jahren einmal erprobt hatte.

Als stark verbesserungswürdig stufen die Genossen das Radwegenetz ein. Beim Ausbau sollen Routen in die Innenstadt und zu Schulen Priorität haben. "Alltags-" sollten an "Freizeitradwege" angeschlossen werden (z. B. Schustermooslohe-Parkstein). Eine "grundsätzlich gute Idee" sei es, den Radlern auf dem Kolpingplatz eine eigene Linksabbiegespur zu gönnen. In der Fußgängerzone sollen Pedalritter künftig Abstellanlagen finden - "diebstahl- und witterungssicher".

Behindertengerechte Standards will die SPD den Fußgängerüberwegen verpassen. Bewährt hätten sich die "Mittel-Inseln" (wie vor dem Neuen Rathaus), die den Passanten den Überqueren der Fahrbahn erleichtern. Eine solche Lösung wird nun auch für die Mooslohstraße empfohlen.

Beim ÖPNV "sind wir schon sehr nah dran an dem, was Baier fordert", sagt Richter: Verteilung der Haltestellen und Bustakte seien nahezu optimal. Nachholbedarf gebe es bei der Gestaltung der Haltestellen. Überdachung und Sitzmöglichkeiten sollten Standard sein. Stadtrat Alois Schinabeck will erforschen, wo das noch nicht der Fall ist. Denn, so Richter: "Jede Haltestelle ist eine Visitenkarte für den ÖPNV."

Gemessen an Baiers Leitlinien, so resümiert der Fraktionsvorsitzende fest, habe Weiden in Sachen Verkehr einen "ordentlich Stand" erreicht. "Beim Rad- und Individualverkehr hinken wir teilweise noch hinterher." Baier sei bemüht, Radlern und Fußgängern "mehr Raum anzubieten". Das Innenstadt-Konzept sei "sehr durchdacht", einzelne Maßnahmen aufeinander abgestimmt. Deutlich wird für Richter dabei aber auch: "Baier rechnet mit dem Einkaufszentrum."
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