Offene Arme bei der Feuerwehr

Nachwuchs ist bei der vielbeschäftigten Feuerwehr immer willkommen. Das gilt auch für Menschen mit Migrationshintergrund. Doch vielen ist das offenbar nicht bewusst.

Weiden. (ps) Selbst das eine oder andere Mitglied im Integrationsbeirat registrierte am Mittwoch erstaunt, dass die deutsche Staatsangehörigkeit keinesfalls Voraussetzung für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr ist. "Jeder kann Mitglied werden", sagte Peter Pfaffenzeller, "egal, ob er türkische, griechische oder russische Wurzeln hat." Neue Mitglieder würden ganz normal die Ausbildung durchlaufen, so wie jeder Deutsche auch. Falls sich herausstellt, dass der Dienst doch nicht den Vorstellungen des Interessenten entspricht, kann er auch jederzeit wieder aufhören, erklärte der Leiter Unterstützungsgruppe der öffentlichen Einsatzleiter bei der Freiwilligen Feuerwehr Weiden. Pfaffenzeller informierte den Beirat über die Möglichkeiten bürgerschaftlichen Engagements von Menschen mit Migrationshintergrund bei der FFW. Die Anregung dazu stammte laut Vorsitzendem Veit Wagner von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß.

Plakatwerbung in Moschee

Um mehr Menschen mit ausländischen Wurzeln auf diese Möglichkeit aufmerksam zu machen, schlug Stadträtin Dr. Sema Tasali-Stoll Plakatwerbung vor. Diese könnte, eventuell auch in der Muttersprache, zum Beispiel in einer Moschee ausgehängt werden. Ein Vorschlag, der im Beirat gut ankam.

Schwieriger als bei Menschen aus Migrationsfamilien wäre es sicher, Flüchtlinge mit einzubinden, gestand Pfaffenzeller, obwohl "die Feuerwehr grundsätzlich pro Asylbewerber eingestellt ist". Er und seine Kollegen hätten sehr positive Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht, die bei der Unterbringung in Turnhallen mit anpackten. Doch für den Dienst gelte: "Sie müssten Deutsch können, weil wir im Gefahrenbereich tätig sind. 14 Tage lang nur die Fahrzeughalle putzen, das bringt nichts. Und wir können immer nur einen aufnehmen." Dauer und andere Modalitäten müssten noch abgeklärt werden.

Bei der Neuwahl zum Vorsitz des Integrationsbeirats meldete überraschend auch Stadträtin Sema Tasali-Stoll Interesse an. Stadtrat Veit Wagner, der das Amt bisher innehatte und ebenfalls dafür kandidierte, schlug sie sogar als Kandidatin vor. Von den acht Stimmberechtigten entschieden sich jedoch sieben für Veit Wagner. Er hat das Amt somit für weitere drei Jahre inne.
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