Ohne Zusammenarbeit geht es nicht mehr

In Zeiten, in denen die Tagesalarmsicherheit schwierig wird (Blickpunkt), setzt Kreisbrandrat Fredi Weiß auf verstärkte Zusammenarbeit bei den Feuerwehren: "Da ist schon unwahrscheinlich viel passiert. Es wird viel miteinander geübt, alarmiert und ausgerückt", stellt er erfreut fest. Er fügt aber gleich hinzu, dass man diese gemeinsamen Aktivitäten künftig noch massiv verstärken müsse.

Wohin die Reise geht, erklärt er am Beispiel der FFW Lintach. "Die haben eine gute Jugendarbeit" und einige 18-Jährige, die im Atemschutz ausgebildet werden: Dann könnten sie mit der Freudenberger Wehr ausrücken. "Wir brauchen nicht in jeder Feuerwehr Atemschutzgeräte", stellt Weiß klar - "die kosten einen Haufen Geld, in der Anschaffung und in den Folgekosten. Die Geräte reichen schon. Die Geräteträger unterm Tag reichen nicht." Deshalb seien Kooperationen unabdingbar.

Bei diesem Thema gibt die Kreis-Feuerwehr-Führung deshalb "Vollgas", wie Weiß klar macht: "Da rücken Winbuch und Emhof mit Schmidmühlen aus oder Wolfsbach mit Ensdorf. Weil's gar nicht mehr anders geht. Das forcieren wir." Vor allem bei Bränden sei dies im wahrsten Sinne des Wortes lebenswichtig. "Wenn's brennt und ich habe zu wenige Leute dabei, wird's kritisch." Zwar könne man zur Not ein Gebäudeteil aufgeben, wenn man zu wenige Kräfte habe, die löschen können. "Dann habe ich halt mehr Schaden."

Aber wenn Menschen aus einem brennenden Gebäude gerettet werden müssten und nicht genügend Atemschutzgeräteträger da seien - "das ist das Gravierendste, was dir passieren kann: Da geht's um Menschenleben." Im technischen Bereich, bei Verkehrsunfällen, seien Personalengpässe "nicht ganz so tragisch": "Durch die neue Ausrüstung, die wir haben, kann man das auch mit weniger Leuten machen. Mit ein paar Leuten und einem neuen Fahrzeug fahre ich jeden technischen Verkehrsunfall."

Viele Wehren haben an sich genügend Leute. Nur stehen die tagsüber nicht zur Verfügung, weil sie auswärts arbeiten. Weiß verweist hier gerne auf große Brandschutzübungen Freitagabend oder Samstagnachmittag: Dafür 70, 80 Leute zusammenzubekommen, sei kein großes Problem. Frage man dann aber in die Runde, wer von ihnen da wäre, wenn es Montagvormittag wäre, gingen nur wenige Hände hoch. "Das macht mir schon Sorgen", gesteht Weiß. (eik)
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