OKV pflegt "Kreativwirtschaft"

Gastausstellerin beim Oberpfälzer Kunstverein ist in diesem Jahr Anna Kirsch. Bilder: Kunz (2)

Bürgermeister Lothar Höher prophezeit dem Oberpfälzer Kunstverein (OKV) eine blendende Zukunft. Bei der Eröffnung der Herbstausstellung - "der kleinen Schwester der Pfingstausstellung" - am Samstag in der Aula der Realschulen bewunderte er die künstlerische Vielfalt im Verein.

"Die Stadt wird das Kulturleben nicht eindampfen oder zerstören, trotz unserer Haushaltsprobleme", versprach Höher den Gästen der Vernissage. Der Bezirkstagsvizepräsident zeigte sich vollen Mutes und verwies auf das Wohlwollen der Regierung bei der Haushaltsgenehmigung. Schließlich tue die Stadt Weiden Regensburg auch einen Gefallen, "indem wir unsere Ehrenpflicht erfüllen und Flüchtlinge aufnehmen".

Kunst als Wirtschaftsfaktor

"Es hat mich gefreut, dass Sie in einem Statement die Qualität von Kunst und Kultur erwähnt haben, auch gerade im Kontext Attraktivität für den Wirtschaftsraum Weiden", sagte OKV-Vorsitzende Irene Fritz. "Kreativwirtschaft" sei ein wachsender Wirtschaftsfaktor. "Der Faktor Kunst kann Multiplikator für viele andere Bereiche sein. Machen wir also unsere Rechnung nicht ohne ihn."

42 Künstler präsentieren ihre Arbeiten. In der Ausstellung sind einmal mehr viele Sehweisen und Blickwinkel vertreten. Da der naturalistische Blick auf einen Horizont, dort eine Farbexplosion, die Erinnerung an eine Landschaft, der spielerische Umgang mit einem Motiv, die Auseinandersetzung mit einem Thema, serielle Schuhe, ein Bild aus Millionen von Punkten, eine Erinnerung, der Mensch als Fragment, die Figur im Raum, wie Irene Fritz betonte.

Die Herbstausstellung beleuchtet die unterschiedlichen Temperamente der Künstler, die Methodenvielfalt und Verschiedenartigkeit der Denk- und Arbeitsweisen. Eine Zeichnung betitelt sich mit "156 Stunden" und meint damit die lange Konzentration, die der Kunstschaffende auf dieses Bild verwendet hat. Andere Werke entstanden in einem Prozess des Übermalens, Überklebens, Entfernens und Hinzufügens. Schichtenbilder, die den Weg der Arbeit zum Endstück deutlich machten.

Anna Kirsch im Fokus

Gastausstellerin ist in diesem Jahr Anna Kirsch. Sie eröffnet die Schau mit einer Videoarbeit. Kirsch zeigt zwei Kinder, die sich alte Brillen aufsetzen, die Menschen gehörten, die vor ihrer Zeit lebten. Dazu hört der Betrachter Herztöne, als Symbol des Lebens.

Anna Kirsch, die in Dublin Visual Arts studiert hat, aus der Gegend um Rosenheim stammt und auch schon in Amberg arbeitete - im letzten Jahr hatte sie die Schürzenausstellung bei Witt Weiden gezeigt -, hat auch eine Fotoserie parat. "Marks" markiert eine Reihe von Porträts, in denen Menschen die Situation bereits verlassen haben. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von der Band "Kachna a Kodiac".
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