Operation "Innovativer LernOrt"

Der Vertrag ist unterzeichnet, die Glastafel mit der Aufschrift "Innovativer LernOrt" übergeben: Damit besiegelten die Vertreter der Kliniken Nordoberpfalz AG um Vorstand Josef Götz (Fünfter von links) und die Vertreter der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden um Präsident Prof. Dr. Erich Bauer (Siebter von links) ganz offiziell ihre Zusammenarbeit. Bild: mte

Sie kennen und sie schätzen sich: Bereits seit zwei Jahren arbeiten die Kliniken Nordoberpfalz AG und die Ostbayerische Technische Hochschule zusammen. Offiziell aber ist diese Kooperation erst jetzt.

Zwei Seiten umfasst der Vertrag, den Kliniken-Chef Josef Götz und OTH-Präsident Professor Dr. Erich Bauer am Montag im Augustinergebäude unterschrieben haben. Damit besiegeln sie offiziell die Zusammenarbeit, die die Einrichtungen bereits seit zwei Jahren verbindet. Für jeden sichtbar wird diese Kooperation der Kliniken AG vor allem mit den OTH-Fakultäten für Medizintechnik (Weiden) und Energietechnik (Amberg) dank einer Glastafel mit der Aufschrift "Innovativer LernOrt", kurz ILO. Sie wird künftig jeden Kliniken-Standort zieren.

Seit Jahren absolvieren Studenten der Medizintechnik - derzeit gibt es 180 - Praktika in der Kliniken AG. Mitarbeiter betreuen Seminar- und Bachelorarbeiten. Klinikenvertreter und Professoren tauschen sich über technische Fragen wie die zum neuen Hybrid-OP aus. Daran erinnert Kliniken-Vorstand Josef Götz und sagt: "Unsere Zusammenarbeit ist gewachsen. Diese Kooperationsvereinbarung ist nun das Resultat."

Und sie wird hoffentlich auch in München für Aufsehen sorgen, wünscht sich OTH-Präsident Prof. Dr. Bauer. Denn während viele andere Fachhochschulen den Weg der "McDonaldisierung", also der Gründung zahlreicher Außenstellen, gegangen seien, habe die Fachhochschule Amberg-Weiden die "ILO-Philosophie" verfolgt. "So stärken wir unsere Zentren, unseren Doppelstandort", bilanziert Prof. Bauer. Das passiert beispielsweise, indem sich Praxis und Lehre im Themengebiet Medizintechnik wissenschaftlich austauschen. Zudem steht die Kliniken AG Studierenden als Ansprechpartner für Praktika zur Verfügung.

Obendrein will der OTH-Präsident mit der "ILO-Philosophie" auch Fördermittel des Freistaats generieren, um am Ende - wiederum in Zusammenarbeit mit der Kliniken AG - einen "Gesundheits- und Medizintechnik-Campus Oberpfalz" zu etablieren. "Genau das ist es auch, was uns verbindet: Wir wollen die Oberpfalz weiter voranbringen als Wissensregion", sagt Prof. Bauer zu Götz.

Die Kliniken AG ist nun schon der zehnte "Innovative LernOrt". Fünf weitere werden bis Ende 2015 folgen, erklärt der OTH-Präsident. "Das Ziel wird sein, am Ende eine Kette innovativer Lernorte zu präsentieren."

Derweil erhoffen sich die Vertreter des Klinikums frische Ideen von außen durch die Studierenden. "Gerade prüfen wir, ob tolle Einfälle aus Bachelor-Arbeiten umgesetzt werden können", berichtet Georg Schmauß, Leiter der Technik der Kliniken AG. Ja, die Begeisterung für die Zusammenarbeit sei riesig, bestätigt auch Dr. Thomas Egginger. Der Ärztliche Direktor dankt dafür allen Mitarbeitern, Kollegen und dem Vorstand. Diesen Dank gibt Prof. Dr. med. Clemens Bulitta als Vertreter des Studiengangs Medizintechnik zurück: "Es ist schön, dass sie eine praxisorientierte Ausbildung ermöglichen."

Am Ende aber scheint es an einem "Innovativen LernOrt" nicht anders zu sein als anderswo: Auch hier geht es ums Geld. "Gerade laufen Gespräche mit Kostenträgern", verrät Prof. Bulitta. "Denn am Ende sind es sie, die die Dinge, die wir entwickeln und sie verwenden, bezahlen müssen."
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