Orgelklang und Ordensleute

Eine große Ehre war es für die frommen Pilger aus Heldmannsberg/Pommelsbrunn, eine der letzten Messen zweier Ordensbrüder mitzuerleben. Und das auch noch an einem besonderen Ort hoch über Würzburg.

Die Wallfahrt der Pfarrei führte heuer in die unterfränkische Metropole Würzburg. Zuerst steuerte die Reisegruppe die über der Stadt thronende bekannte Wallfahrtskirche zum "Käppele" zur Pilgermesse an. Diese hielten Kapuzinerpater Siegbert in Konzelebration mit Pfarrer Roland Klein im Seitenschiff der Marienkapelle ab. Dabei erfuhren die Gläubigen, dass es einer der letzten Gottesdienste der Ordensbrüder sei, die nach langen Jahren der Betreuung der Kirche aus Altersgründen nicht mehr weitermachen können.

Blick in die Geschichte

Der Pater beschrieb in der anschließenden Kirchenführung die Geschichte der Wallfahrt und Ausstattung des herrlichen Bauwerks. Nach Verlassen des Kirchenportals bot sich ein wunderbarer Ausblick auf Würzburg mit dem Main und vielen Kirchtürmen. Beim Abstieg bewunderte die Gruppe den Kreuzweg mit lebensgroßen Figurengruppen aus Sandstein. Nach dem Mittagessen zeigte eine Stadtführung zu Fuß viele der imposanten Bauten wie Juliusspital und den Dom. Beim Besuch der Residenz mit Hofgarten war man vom herrlichen Treppenhaus und den Prunkgemächern der früheren Fürstbischöfe beeindruckt.

Fässer voller Wein

Zur "Pflicht" im fränkischen Weinland gehörte am Abend die Führung durch die jahrhundertealten Gewölbe mit von Wein gefüllten Holzfässern des Bürgerspitals und der lehrreichen und schmackhaften Weinprobe. Die Übernachtung im Kloster Himmelpforten war insofern spannend, weil man sich in einem Zimmer wähnte, wo einer der deutschen Kardinäle oder Bischöfe bei der jährlichen Konferenz genächtigt hatte.

Am zweiten Tag ging es wieder auf die Höhen um Würzburg zur Festung Marienberg. Die Führung durch den beeindruckenden Baukomplex des Mittelalters endete in der Burgkapelle, wo der Pfarrer den Sonntagsgottesdienst für die Wallfahrer hielt. Zum Mittagsmahl führte der Heimweg über den schmucken Weinort Dettelbach in den Gasthof "Zum Engel", der aber durchaus weltliche Genüsse bot. Am Ort war die Marienverehrung präsent in der Wallfahrtskirche "Maria im Sand", einem spätgotischen Gotteshaus. Das Zentrum bildet der hoch aufragende Gnadenaltar "Zur schmerzhaften Mutter", erbaut über der Stelle des alten Bildstocks. Durchs hügelige Mainfranken ging es zur letzten Station des ehemaligen Benediktinerklosters in Ebrach, in dem eine Justizvollzugsanstalt untergebracht ist. Vom Prunk der früheren Herren zeugte das mit Gemälden und Freitreppen ausgestattete Treppenhaus und der Kaisersaal, der aber nie diesen Herrscher sah. Als passendes Schlusserlebnis durften sich die Besucher in der frühgotischen Abteikirche mit freundlich heller Ausstrahlung ein Orgelkonzert anhören. Der Organist stellte dabei die zwei kleineren Orgeln vor dem Hauptchor und das große Instrument auf der rückwärtigen Empore mit mächtiger Klangfülle vor.
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