Ost-Tangente zum Schutz der Umwelt
Briefe an die Redaktion

Zum Artikel "Mit Vollgas in den Tangenten-Diskurs" in der Ausgabe vom 12./13. September:

Endlich zeigt der zuständige Dezernent der Stadt Weiden, Herr Bohm, in äußerst sachlicher Form die Fakten auf, die überzeugend für die Verlängerung der Süd-Ost-Tangente sprechen. Die Diskussion hierzu ist nun um so mehr eine Herausforderung für viele Einwohner des Stadtteils Weiden-Ost, die schon jahrzehntelang unter beträchtlichem Verkehrslärm leiden, verursacht durch das unbestritten sehr hohe Verkehrsaufkommen in der Vohenstraußer Straße.

Für verschiedene Wohnstraßen in Weiden-Ost kommen die Verkehrsbelästigungen erschwerend hinzu, die durch den Schleichverkehr entstehen (Missbrauch der Böhmerwaldstraße, der Biberstraße und des Hopfenwegs als heimliche Umgehungsstraßen). Nun wird von offizieller Stelle bestätigt, dass bei den Lärm- und Schadstoffemissionen bei 11 000 Kfz pro Tag mit steigender Tendenz die Toleranzgrenze schon heute erreicht wird.

Nach über 25-jähriger ehrenamtlicher Mitarbeit im Umwelt- und Naturschutz und als jahrzehntelanger verantwortlicher Betreuer bestehender Wanderwege in Naturschutzgebieten weiß ich sehr wohl, was Umweltschutz und Naturschutz bedeuten. Und zum Natur- und Umweltschutz gehört eben auch, von den Menschen übermäßigen Lärm und übermäßige Luftverschmutzung abzuhalten. Das Naherholungsgebiet Schirchendorf-/Fischerberg-Gebiet kenne ich aus eigener Erfahrung besser als so mancher Kritiker (hier bin ich als sehr naturverbundener Mensch wöchentlich mehrmals unterwegs). Ich erlaube mir deshalb die Feststellung, dass man völlig falsch liegt, wenn man behauptet, mit einer Verlängerung der Süd-Ost-Tangente zerstört man dieses Naherholungsgebiet völlig.

Das eigentliche Naherholungsgebiet des Fischerbergs, beginnend an der Heiligen Staude, weiter zum Vierlingsturm, zur Blockhütte, zur Reglersruh bis nach Almesbach, also das gesamte Gebiet des Fischerbergs, wäre bei einer Verlängerung der Süd-Ost Tangente so gut wie nicht betroffen. Von den vielen Zubringerwegen, auf denen man in das Fischerberggebiet kommen kann, wäre nur ein Weg an einer Stelle kurz tangiert. Stärker betroffen wäre lediglich der Weg ins Schirchendorf. Obwohl es sich um einen gut markierten Hauptwanderweg des OWV handelt, der bis nach Ödpielmannsberg (bei Moosbach) führt, trifft man hier so gut wie keine Erholungssuchenden an. Die Natur hat sich deshalb diesen Weg teilweise schon fast wieder zurückgeholt.

Immer wieder wird versucht, den Eindruck zu erwecken, dass die Bürger von Weiden-Ost die Süd-Ost-Tangente nicht wollen. Das stimmt so nicht. Mir sind sehr viele Einwohner dieses Stadtteils bekannt, die die Verlängerung der Süd-Ost-Tangente seit Jahren fordern. Dies wurde bereits einmal durch eine Unterschriftenaktion bewiesen. Daraufhin erfolgte die Verlängerung vom Hetzenrichter Weg bis zum Butterhof. Ohne weitere Verlängerung bleibt es eine amputierte, das heißt nicht fertiggestellte Umgehungsstraße. Dies ist der eigentliche Grund, dass die Verkehrsbelastung mit den damit verbundenen umweltschädlichen Nebeneffekten für die Bewohner zu groß geworden ist und Wohnstraßen als Umgehungsstraßen missbraucht werden.

In diesem Zusammenhang muss man aber auch mit Aussagen (von Stadträten) aufräumen, die die Meinung vertreten, dass eine Umgehungsstraße in diesem Stadtteil nicht notwendig sei, weil es im Stadtgebiet Straßen gibt (z. B. Frauenrichter Str.), die mehr Verkehr zu verkraften haben als die Vohenstraußer Straße. Folgt man dieser nicht nachvollziehbaren Logik, dann dürfte es Umgehungsstraßen für Wohngebiete mit einem geringeren Verkehrsaufkommen als in den von diesen Stadträten angeführten Straßen erst gar nicht geben. Dabei vergisst man, dass das von Herrn Bohm zitierte Gutachten ein so hohes Verkehrsaufkommen bestätigt, dass eine Umgehungsstraße mehr als gerechtfertigt ist, zumal die Toleranzgrenzen bei den Lärm- und Schadstoffemissionen jetzt schon erreicht sind. Nicht umsonst stuft der Bayerische Staat die Verlängerung der Süd-Ost-Tangente in die 1. Dringlichkeitsstufe des künftigen Straßenbauprogramms ein.

Die Stadt Weiden ist dagegen mit ihrer zögerlichen Haltung auf dem besten Weg, eine vom Staat ins Straßenbauprogramm aufgenommene und zuschussfähige Umgehungsstraße zu verspielen. Aus Erfahrung weiß man, dass Projekte, für die es eine schubladenreife Planung gibt, wesentlich schneller in ein Bauprogramm aufgenommen werden als Projekte, die man erst noch entwickeln muss.

Hans Kaltenecker,Weiden-Ost

___

Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, sinnwahrend zu kürzen.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.