OTH Weiden: Gastvortrag von Karl Hoegen von der Firma Witron Nordamerika
Witron-Manager füllt Lehrsäle

Dass Witrons US-Chef Karl Hoegen Oberpfälzer aus Kaltenbrunn ist, das hört man nur wenn er Deutsch spricht. Doch dies hat er im Vortrag an der OTH nicht getan. Bild: sbü

Verkehrte Welt könnte man sich fragen: Wenn ein deutscher Manager aus der Oberpfalz in perfektem Englisch einen 90-Minuten-Vortrag vor deutschen Studenten hält. Nicht so an der OTH in Weiden: Karl Hoegen, CEO von Witron Nordamerika, spricht vor der versammelten Studentenschaft des Studienfachs "Internationales Technologie-Management".

(sbü) Die englische Sprache ist in diesem Studienfach Normalität. Schließlich bereiten sich die Studenten auf internationale Einsätze vor. Es war der bekannte Schlüsselloch-Effekt: Der Einblick in Verborgenes lockt die Zuschauer an. Sie kamen zum Gastvortrag des Chefs der Witron-Betriebe in den USA, Karl Hoegen, zum Thema "Warehousing und Lagerlogistik" an die OTH in Weiden. Das Interesse am US-Manager war derart hoch, dass gleich zwei Lehrsäle miteinander verbunden werden mussten.

Hoegen zeigte nicht nur die modernen Trends im Lager- und Lieferwesen großer Unternehmen wie zum Beispiel bei Amazon auf, sondern auch das zukünftige Einkaufen des Kunden im Supermarkt. Grundsatz in der Logistik sei "das richtige Produkt an die richtige Stelle zu platzieren". Hoegen sprach auch von Multikanalversorgungsketten und stellte vollautomatische Versandsysteme vor. Die Logistiksoftware steuert dabei alle Vorgänge vollautomatisch beginnend vom Wareneingang bis zum fertigen Paket oder der individuellen Produktpalette.

Auch zum Thema Lieferung per Drohne zeigte der Witron-Manager ein Bild. Moderne Informationstechniken prägen auch in Zukunft das Einkaufsverhalten im Supermarkt, erläuterte Hoegen. "Mit dem Smartphone werden Barcodes gescannt und im Supermarkt wird die Ware zusammengepackt. Das System existiere bereits in Frankreich unter dem Namen "leclercdrive.fr". Der Kunde holt dabei die über das Smartphone georderte Ware ab oder sie wird geliefert.

Hoegen zeigte auch Bilder aus der U-Bahn von Seoul. Dort können Barcodes an großen Plakatwänden auf dem Weg zur Arbeit gescannt werden und am Abend ist die komplette Einkaufstüte bereitgestellt. Amazon habe ein weiteres System entwickelt: Mit dem an einzelnen Produkten angebrachten "Amazon Dash Button" wird per Knopfdruck die Ersatzlieferung ausgelöst.

Details über den US-Bereich von Witron stellte Hoegen ebenfalls vor. "40 Prozent des gesamten Witron-Umsatzes entfallen auf das US-Geschäft", berichtete er. Rund 30 große vollautomatische Witron-Anlagen gebe es in den USA und über 100 Betriebe für die Software geliefert werde. 485 Mitarbeiter würden in der Zentrale in Chicago und den Service-Außenstellen arbeiten. Seit knapp 10 Jahren leite er diesen Unternehmensbereich, nachdem er vorher schon zwei Jahre für Witron in London gewesen sei.

Familie "back to the roots"

Im persönlichen Gespräch am Ende des Vortrags erzählt Hoegen auch, dass er in Kaltenbrunn geboren sei und jetzt dort wieder seinen Lebensmittelpunkt habe. Schon vor zwei Jahren sei seine Familie aus den USA dorthin zurückgekehrt. Er selbst verbringe aber nach wie vor die meiste Zeit des Jahres in den USA. Und von einer ganz besonderen Kundenbetreuung erzählt er auch: "Ich habe schon mehrmals mit Kunden an Halbmarathon-Wettbewerben teilgenommen." Und demnächst veranstaltet Witron ein "Charity-Event", bei dem 75 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren werden.

Auf die Frage was ihn an den USA fasziniere, antwortet Hoegen: "Dort ist man sehr offen für Neues und für die Kommunikation." Eingeladen zum Vortrag hatte Elisabeth Häusler-Löffler, Lehrkraft an der OTH Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen.
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