OTH will Flüchtlinge als Studenten gewinnen - Frühestens zum Sommersemester
Hörsaal statt Notunterkunft

Wir haben in Numerus-Clausus-Fächern eine Ausländerquote von acht Prozent noch nicht ausgeschöpft. Warum also nicht mit Flüchtlingen, wenn sie die Qualifikation haben?
Heute ein unbegleiteter minderjähriger Flüchtling in einer Turnhalle, in fünf bis sechs Jahren ein Ingenieur (FH). Die OTH bastelt an dieser Vision, erklärte Dr. Wolfgang Weber dem Wirtschaftsbeirat. "Wir haben in Numerus-Clausus-Fächern eine Ausländerquote von acht Prozent noch nicht ausgeschöpft. Warum also nicht mit Flüchtlingen, wenn sie die Qualifikation haben?"

Laut Weber befasst sich die OTH zurzeit mit einer Art Vorbereitungsphase für Asylbewerber, ähnlich der für beruflich Qualifizierte, die sich ohne Abitur ans Studium wagen. "Es ist eine Art Propädeutikum mit Fächern wie Deutsch, Mathematik und Physik samt einer Ergänzungsprüfung." Zudem denkt die Hochschule an eine Art Landeskunde. "Damit die Leute wissen, wie die Region funktioniert, in der sie leben."

"Campus Asyl" informiert

Dies alles könnte frühestens zum Sommersemester 2016 starten. Die nächsten Schritte stehen aber schon in zwei Wochen an. Dann kommen Vertreter der studentischen Initiative "Campus Asyl" aus Regensburg an die Hochschulen in Weiden und Amberg. Sie referieren darüber, wie sie Flüchtlinge an der Uni integrieren. Dabei wären auch OTH-Studenten gefragt.

Zeugnisse prüfen

Wie aber feststellen, wenn ein Syrer oder Iraker behauptet, zu Hause schon Vorlesungen zu Elektrotechnik oder Wirtschaftswissenschaften gehört zu haben? "Wir sind in der Lage, ausländische Zeugnisse zu prüfen", versichert Weber. Hat jemand keine Papiere, bietet sich der Umweg über Bildungskollegs in München oder Coburg an, die prüfen, ob ein Interessent die Voraussetzungen überhaupt mitbringt.
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