"Paradiesgärtchen" in Gefahr

Das "Paradiesgärtchen", die grüne Insel zwischen OTH-Parkplatz (links), Hetzenrichter Weg und Weidener Technologie-Campus (langgestrecktes, schmales Gebäude), ist nun im Besitz der Stadt Weiden bzw. der Simultanen Hospitalstiftung. Die Fläche soll als parkähnliche Anlage hergerichtet und - vorerst in den Hochschul-Campus integriert werden. Der neue Bebauungsplan lässt später jedoch auch die Nutzung als Parkplatz zu. Bild: Ascher

Die Pflicht ist erfüllt. Der Freistaat will vorerst keine neuen Stellplätze für OTH-Studenten schaffen. Darum gibt er das "Paradiesgärtchen" am OTH-Parkplatz ab, sichert sich aber an anderer Stelle Erweiterungsmöglichkeiten. Mit Stadt und Simultaner Hospitalstiftung ist der Grundstückstausch vollzogen. Zum Nutzen aller Partner.

Die Stadt Weiden ändert den Bebauungsplan "Sondergebiet Fachhochschule", richtet ihn auf die künftigen Bedürfnisse aus. Sie sichert die Erweiterungen der OTH ("Turm der Wissenschaften"), des Technologie-Campus sowie das geplante "E-House" der Sparkasse am Hetzenrichter Weg. Der Grundstückstausch macht auch möglich, was aktuell nicht geplant ist: nämlich weitere 180 Stellplätze für Studenten auf der bisherigen Fläche von Stadt und Simultaner Hospitalstiftung. Dieses Grundstück reicht wie eine breite Zunge (nach Osten) bis an das Grundstück des einstigen Rewe-Marktes (inzwischen mit einem Wohnblock bebaut) heran.

Nicht gesichert werden jedoch der weitere Bestand des "Paradiesgärtchens" sowie der künftige Parkplatz zwischen Hetzenrichter Weg und Schützenhaus (185 Stellplätze).

Pauschal dagegen

Der Änderung des Flächennutzungsplanes stimmte im Bau- und Planungsausschuss nur Veit Wagner (Grüne) nicht zu, der sich um das "Paradiesgärtchen" sorgt. Einwände dagegen würden in der Abwägung "pauschal abgetan", meinte Wagner. Darum sei er "auch pauschal" gegen die Änderung des Bebauungsplanes. Auf Nachfrage von Stefan Rank (Bürgerliste) bestätigte Baudezernent Hansjörg Bohm, dass die OTH "erschließungskostenpflichtig" sei. Rank bedauerte, dass der künftige Parkplatz jenseits des Hetzenrichter Weges nicht in die Planung einbezogen werde. Karl-Heinz Schell (SPD) wünschte sich eine zeitnahe Vorstellung des von der Sparkasse geplanten E-Hauses im Bau- und Planungsausschuss. "Wir wissen ja nicht, wie das aussehen soll."

Seine Sorgen um das "Paradiesgärtchen" äußerte auch Josef Gebhardt (SPD). Die Aussage, dass es "weitgehend erhalten werden solle", sei nicht eindeutig.

Die kleine grüne, üppig bewachsene Insel an der OTH sei das Relikt aus einer Schrebergartenanlage, berichtete Bohm. Der hohe Baumbestand solle "möglichst" erhalten bleiben. Die "heckenartige Struktur" des Grüns sei intensiv auch im Hinblick auf seine Funktion als Brutgebiet untersucht worden. Das Ergebnis zeige, dass die Hecken entfernt werden könnten. Gegenüber dem NT erläuterte Bohm, es sei vorgesehen, das stark verwilderte "Paradiesgärtchen" "auszuputzen", die großen Bäume zu erhalten und eine Wiese anzusäen. Damit werde es als grüner, parkartiger Bestandteil in den Hochschul-Campus eingepasst.

Danach sei es erstmals möglich, direkt vom Hetzenrichter Weg auf den OTH-Campus zu blicken. Im Änderungsentwurf wird jedoch darauf verwiesen, dass im Bereich des "Paradiesgartens" bei Bedarf 50 Stellplätze geschaffen werden können.
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