Parallelen zum Konzertsaal
Briefe an die Redaktion

Zum innerstädtischen Einkaufszentrum:

In der Diskussion um den Konzertsaal Gasteig in München sehe ich Parallelen zum geplanten Einkaufscenter in Weiden. Dort, in München, soll der bestehende Konzertsaal im Inneren der Philharmonie herausgerissen und dafür ein neuer eingebaut werden. Ich vergleiche dieses Vorhaben mit der Entfernung eines kranken Herzens und der Implantation eines neuen, dem Patienten jedoch unverträglichen Organ. Am Ende heißt es dann: Operation gelungen, Patient tot.

Mir geht es nicht um das Ob, sondern ausschließlich um das Wie. Es steht außer Frage, dass dort, wo Hertie steht und Dänner war, etwas Stadtverträgliches entstehen muss. Die Dimension des geplanten EKZ wird das ganze Stadtgefüge bestimmen und verändern. Dieses monofunktionale Gebilde sprengt den Maßstab des vorhandenen Stadtgefüges.

Deshalb bedarf es höchster Sensibilität bei der Gestaltung dieses Vorhabens. Zum Gefüge einer Stadt gehören neben einem rein funktionalen Inhalt genauso und gleichwertig ein künstlerischer, musischer und zweckfreier Aussagewert. Die bisher vorgelegten Pläne lassen diese Qualität und den damit verbundenen Anspruch vermissen. Entscheidend für einen bleibenden Wert, der wie das Herz den gesamten Körper, sprich: die Stadt, am Leben erhält, ist neben einer rationalen Ausrichtung ein gleichwertiger kultureller Inhalt. Auf jeden Fall muss so ein Gebilde mit einem überdurchschnittlich ästhetischen Kleid ausgestattet sein. Diese Zielvorgaben obliegen dem Auftraggeber, in unserem Fall der Stadt Weiden.

Ein Beispiel, dass ein in sich stimmiges Einkaufszentrum sowohl kostengünstig errichtet werden kann und mit Begeisterung von der Bevölkerung und den Besuchern angenommen wird, ist die jüngst eröffnete Markthalle in Rotterdam.

Heinrich G. Schreml, Architekt Parkstein

Quo vadis?

Zum Schulfasching des Augustinus-Gymnasiums:

Augustinus-Gymnasium, was ist nur aus dir geworden? Wir kannten unsere Schule als einen Ort, an der Ehemalige gern gesehene Gäste von schulischen Veranstaltungen waren. Doch anscheinend ist dies nicht mehr der Fall, wie sich am Donnerstag, 12. Februar, zeigte. Wir, eine Gruppe ehemaliger Schüler, besuchten den Schulfasching des AGW, bis wir mit der Aussage des Schulleiters - "Alle ehemaligen Schüler mögen bitte die Veranstaltung verlassen" - der Veranstaltung verwiesen wurden.

So also wird heute der Leitsatz "Atmosphäre gegenseitiger Wertschätzung" interpretiert. Anscheinend geht diese Wertschätzung nur vonseiten der ehemaligen Schüler aus und nicht von der Schulleitung.

Tobias Wurzer Weiden

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