Patent-Preis für Kepler-Gymnasiast
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Konstantin Vilyuk (Mitte) ist zwar erst 18 Jahre alt, hat aber schon eine Patentanmeldung laufen. Dazu gratulierten ihm unter anderem seine Betreuungslehrer Markus Koller (rechts) und Matthias Dietrich. Bild: hfz
Weiden. (fku) Es ist ja nicht gerade so, dass heutzutage jeder Schüler ein Patent angemeldet hat. Konstantin Vilyuk , 18 Jahre alt, Kepler-Gymnasiast, weiß trotzdem nicht so recht zu beschreiben, wie man sich da vorkommt. Ob er stolz ist? Na ja, sagt er, fühlt sich auch nicht anders an als vorher. Ach so.

Dabei kann der junge Mann manche Dinge außergewöhnlich gut beschreiben. Zum Beispiel einen flexiblen Transistor. So einen hat er für den Wettbewerb "Jugend forscht" entworfen - und dafür die Patentanmeldung gewonnen. Das dazugehörige Verfahren läuft noch ungefähr ein Jahr, dann wird er wissen, ob er das Ganze auch offiziell sein geistiges Eigentum nennen darf.

Vilyuks Grundidee war, einen kompletten flexiblen - also dünnen und biegbaren - Computer zu konstruieren. Bislang gibt es zwar schon flexible Displays. Bei den Transistoren - Kernbauteilen von Computern, die für die Berechnungen verantwortlich sind - haperte es aber noch. Also recherchierte der 18-Jährige und stieß im Internet auf die Möglichkeit, flexible Transistoren auf Kohlenstoffbasis zu entwickeln. Er fand heraus, dass sich daran zwar schon andere probiert hatten, aber noch nicht so recht erfolgreich. Also, erzählt der Schüler der Q 11, habe er sich selbst Gedanken gemacht - und das Konzept "so geändert, dass es rein theoretisch funktionieren müsste".

Was er da so nebenbei erzählt, überzeugte letztlich auch eine Jury. Nun läuft also die Patentanmeldung. Nach der ersten Phase hoffe er, dann auch Investoren auf seine Idee aufmerksam zu machen, um so letztlich seine Erfindung auch außerhalb Deutschlands schützen zu können. Spätere Anwendungsmöglichkeiten gäbe es einige, sagt er. Zum Beispiel könnte man einen dieser hauchdünnen, biegbaren Computer einmal auf die Gehirnoberfläche von blinden Menschen aufsetzen und ihnen so das Sehen ermöglichen.

Gute Idee. Wie er selbst auf seine ausgezeichnete Arbeit gekommen ist, ist laut Vilyuk keine Zauberei. Er habe halt "ein allgemeines Interesse an Wissenschaft". Deshalb kamen seine Einfälle für den Wettbewerb auch "nicht aus heiterem Himmel". Sondern eher aus langer Arbeit heraus. Vilyuk jedenfalls sagt, er beschäftige sich in seiner Freizeit schon lange mit Physik. "Seit ich denken kann." Und er habe einfach Spaß daran. Klingt simpel - ist aber in diesem Fall tatsächlich ein Patentrezept.
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