Pater Albrecht feiert 85. Geburtstag
"Den Humor habe ich mir erhalten"

Seine Witze sind legendär. Sie brachten Pater Albrecht sogar ins Fernsehen - zu Gerd Rubenbauers "Gaudimax". Zumindest anfangs konnte es der beliebte Geistliche nicht mit Humor nehmen, als seine Augustiner 2010 von Weiden nach Würzburg zogen. Dort feiert der Pater am Montag 85. Geburtstag.

Pater Albrecht: "Ich hab's immer mit der Neun gehabt", meint Pater Albrecht Herrmann. So erhielt er ausgerechnet am 9. 9. 1999 die goldene Bürgermedaille der Stadt. Aber eigentlich begleitet ihn die Zahl bereits seit der Geburt durchs Leben: Geboren wurde er am 29. 9. 1929 als Otto Herrmann in Pleystein.

Pater Albrecht, haben Sie in letzter Zeit die ehemalige Augustiner-Kirche in Weiden besucht?

Pater Albrecht: Vor zwei Wochen. Wegen einer medizinischen Nachsorge war ich wieder einmal in Weiden. Erst beim Arzt, dann auf dem Friedhof, schließlich in der Augustiner-Kirche. Dort ist ja zurzeit eine Kunstausstellung ...

"Farbvergnügen" von Reinhold A. Goelles. Wie hat sie Ihnen gefallen?

Pater Albrecht: Ja, sagen wir mal so: Es hat mich nicht abgestoßen. Ich habe das durchaus als Belebung empfunden.

Allzu begeistert klingen Sie aber nicht. Weil Sie sich daran erinnern, was dieser Raum früher war?

Pater Albrecht: Natürlich kommt das immer wieder hoch. Die Kliniken AG hat mich beispielsweise zum Beginn eines Bauabschnitts auf dem Augustiner-Gelände eingeladen. Da habe ich mich entschuldigt. Das war mir mit zu vielen Emotionen verbunden.

Die Kontakte zur alten Heimat scheinen aber nicht abzureißen?

Pater Albrecht: Nein, es gibt noch sehr viele Verbindungen, die ich mit Briefen oder per Telefon pflege. Hier in Würzburg bekomme ich auch viel Besuch von alten Bekannten. Noch geht's. Dafür bin ich sehr dankbar. 85 Jahre - das ist ja ein fast schon biblisches Alter. Ich gehe auch immer noch auf den Fußballplatz.

In Würzburg?

Pater Albrecht: Ja, mit meinem Schiedsrichterpass habe ich freien Eintritt in ganz Deutschland. Wir haben hier ja die Würzburger Kickers, die in der Regionalliga spielen - eine Liga über der SpVgg SV Weiden - und den Würzburger FV. Gegen den haben die Weidener vor kurzem 0:1 verloren.

Ansonsten scheint die SpVgg SV Weiden, ihr Lieblingsverein, ziemlich gut drauf zu sein. Wann waren Sie zuletzt im Stadion am Wasserwerk?

Pater Albrecht: Am 29. April 2010. Wieder ein Neuner! Aber dank dem "Neuen Tag" bin ich in Sachen SpVgg SV stets auf dem Laufenden. Kürzlich war ich in Weiden, als sie gegen Jahn Regensburg gespielt hat, aber leider habe ich es nicht ins Stadion geschafft.Es wäre wichtig, dass der Verein mal wieder in die Hauptrunde des DFB-Pokals vorstößt. Das würde sich finanziell sehr positiv auswirken.

Wie feiern Sie Ihren Geburtstag am Montag?

Pater Albrecht: Eigentlich wollte ich überhaupt nicht feiern. Aber mein ehemaliger Prior Alfons Tony meinte, das ginge nicht. Also halte ich am Montag bei uns die 11.30-Uhr-Messe und werde dabei einige Danksagungen anbringen. Danach geht's zum gemeinsamen Mittagessen. Groß Einladungen habe ich nicht ausgesprochen.

Und Sie bleiben in der nächsten Woche auch in Würzburg? Wie gefällt es Ihnen dort inzwischen?

In einer Faschingspredigt habe ich einmal gesagt: Humor und Freude hat der, der die konkrete Lebenssituation annimmt, so wie sie ihm gegeben ist. Den Humor habe ich mir hier erhalten und erneuert. Ich habe mich angefreundet mit der Situation. Anfangs war das nicht immer einfach, sie wissen ja, wie das mit dem alten Baum ist, den man versetzen will . Und ich war immerhin 50 Jahre in Weiden.

Sie werden die alte Heimat weiterhin regelmäßig besuchen?

Pater Albrecht: Ja. Aber ich kann nicht mehr jede Einladung annehmen. Mit dem Auto kann ich ohnehin nicht mehr selbst fahren, und im Zug sitze ich fünf Stunden. Übrigens gehe ich immer noch jeden Tag eineinhalb Stunden spazieren. Ich denke, das hat mich fit gehalten.

Sie haben gerade den Humor angesprochen. Das Interview kann jetzt natürlich nicht ohne einen Witz enden.

Pater Albrecht: Nach dem Spiel geht der Mannschaftsführer zum Schiedsrichter und sagt: "Herr Schiedsrichter, das war aber ein schönes Fußballspiel. Nur schade, dass Sie es nicht gesehen haben."
Weitere Beiträge zu den Themen: SpVgg (24098)September 2014 (8409)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.