Perspektivlose Berufsverbrecher

Im April beunruhigte eine Serie von Wohnungs- und Garageneinbrüchen sowie Autoaufbrüchen die Weidener. Nun verurteilte das Schöffengericht die beiden Täter zu hohen Haftstrafen.

Im Ortsteil Konradshöhe entwendeten die Diebe hochwertige Fahrräder aus Garagen. Bei mehreren Autos schlugen sie die Scheiben ein und stahlen daraus Wertgegenstände. In Mitterhöll brachen die seit Langem arbeitslosen Männer in ein Wohngebäude ein, während die Besitzer schliefen. Sie stahlen Geld, einen brillantenbesetzten Ehering, die Autoschlüssel und die Zentralschlüssel für das Feuerwehrhaus. Aus einer Garage in der Nähe ließen sie zwei Akkubohrmaschinen und eine Handkreissäge mitgehen. Einen der beiden Einbrecher fasste die Polizei in unmittelbarer Tatortnähe nach einem Autoaufbruch beim Schwesternheim. Ihm warf Oberstaatsanwalt Rainer Lehner zudem den Diebstahl eines Porsche Cayenne in Hof vor. Die Schlüssel dafür hatte der 38-Jährige aus einem Haus entwendet, in das er über die Terrassentür eingedrungen war. Das Fahrzeug - Zeitwert von 23 000 Euro - fuhr er zu Schrott und flüchtete zu Fuß.

Ellenlange Vorstrafenliste

Im Auto des in Weiden Gefassten fand man gestohlenes Werkzeug sowie die Papiere seines Komplizen. Diesen konnten Zollbeamte nahe der Autobahn festnehmen. In Auto des 47-Jährigen fand man einen in Weiden gestohlenen Roller, eine Flex und Drogenutensilien. Während der Jüngere, vertreten von Rechtsanwalt Peter Kanev, von Anfang an geständig war, wollte der andere mit den Diebstählen nichts zu tun gehabt haben.

Vor dem Schöffengericht kamen nun die Vorstrafen der beiden Angeklagten zur Sprache. Der Jüngere, ein gelernter Koch, hat 25 auf dem Kerbholz. Er saß in Deutschland zwei Mal, in Tschechien zehn Mal im Gefängnis. Der aus Marienbad stammende Ältere, vertreten von Rechtsanwalt Stephan Schütz, ist diesseits der Grenze nur ein Mal geringfügig vorbestraft. In Tschechien saß er wegen Raubes, Körperverletzung und Diebstahl 23 Jahre hinter Gittern.

Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder hatte über die Drogenabhängigkeit der Angeklagten berichtet. Er stellte fest, dass bei beiden die Voraussetzungen für die Unterbringung in einer Entzugsklinik für mindestens zwei Jahre vorliegen - die Erfolgsaussichten seien jedoch "gleich null". Nach der umfangreichen Beweisaufnahme - es wurden über 25 Geschädigte und Beamte als Zeugen gehört - forderte der Oberstaatsanwalt drei Jahre und zehn Monate für den Geständigen und vier Jahre für den älteren Täter. Verteidiger Kanev hielt zwei Jahre und neun Monate für ausreichend. Schütz sah die Beteiligung seines Mandanten an der Einbruchserie nicht als erwiesen an. Für den Roller und die Flex möge man eine milde Strafe aussprechen.

Immer wieder auf Abwege

Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl und den Schöffen genügten die Indizien. Sie verurteilten den 47-Jährigen zu drei Jahren und zehn Monaten. Dem 38-Jährigen hielten sie sein Geständnis zugute. Er bekam dreieinhalb Jahre. Heindl stellte fest, bei den Männern handle es sich um "Berufsverbrecher", die auch nach der Drogentherapie keine Perspektive hätten. Sie würden wieder ihrem "Gewerbe" nachgehen.
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