Pfarrer Lehner erzählt von seiner jüngsten Argentinien-Reise
"Papa Francesco" ist überall

Bei der KAB sprach Ruhestandspfarrer Alois Lehner (Mitte) - sehr zur Freude von Chef Hermann Stadler (links) und Diakon Anton Feil. Bild: Kunz
Ruhestandspfarrer Alois Lehner hat Jorge Mario Bergoglio nie persönlich kennengelernt. "Als ich meine Pfarrei in Buenos Aires verlassen habe, war der jetzige Papst 43 Jahre alt und Provinzial der Jesuiten." Dennoch ist der Ruhestandsgeistliche ein bekennender Anhänger dieser erfrischenden Form von Religiosität, die Papst Franziskus in der Welt verbreitet.

Pfarrer Lehner betreute von 1970 bis 1980 die Pfarrei La Medalla Milagrosa (Die wunderbare Medaille) in der argentinischen Hauptstadt. "Angeheuert" habe ihn der damalige Bischof von Lomas de Zamora, Alejandro Schell, in der 17-Millionen-Metropole Buenos Aires. Vor zwei Jahren ist er noch einmal zurückgekehrt, um alte Erinnerungen aufzufrischen.

Auf diese Reise blickte er jetzt bei der KAB St. Johannes zurück. "Alle zehn Meter sieht man ein Bild vom neuen Papst", erzählte er. "Papa Francesco" sei in Argentinien allgegenwärtig. Dennoch hätten in den vergangenen Jahren besonders die Raubzüge gegen Pfarrhäuser und Geistliche zugenommen. "Alle Pfarreien sind vergittert." Die Kriminalitätsrate im Land sei groß. "Die Korruption ist furchtbar. Das lässt ein Volk nicht hochkommen."

Bevor Forster Argentinien besuchte, hatte er den Kanonikerinnen vom Heiligen Kreuz in Peru einen Besuch abgestattet. Peru sei ein frommes und gläubiges Land, sagte er. "Ich war beeindruckt von den Menschen." In Argentinien traf er viele Weggefährten von einst. "Das war eine gute Zeit in meinem Leben, weil wir alles gemeinsam aufgebaut haben." Die Bibliothek im Kolpinghaus in seiner ehemaligen Pfarrei trägt seinen Namen. Über die Altkleidersammlung der Caritas in Deutschland habe er seine Schäfchen eingekleidet. "Jeden Tag haben bei uns 100 Kinder gegessen."

Viel verändert habe sich nicht in den vergangenen 35 Jahren. Von den vielen Lehm- und Schotterstraßen in seinem Viertel sei nur eine einzige geteert worden. Die Regierung um Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner von der Peronistischen Partei mache alles kaputt. Als Erzbischof von Buenos Aires habe sich auch der heutige Papst mit ihr angelegt.

Über Franziskus sagt der Pfarrer: "Er hat nicht so viele Bücher geschrieben. Und er braucht auch kein Buch zu schreiben. Er verkündigt das, was unsere Welt jetzt braucht. Er ist mehr bei den Menschen."
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