Pflege: Durchblick im Dickicht

Fragen zur Pflegeversicherung stellte sich Gerti Späth. Eingeladen hatte sie Karl-Heinz Winter, stellvertretender Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Oberpfalz. Bild: Bühner

Ältere Menschen tun sich oft schwer damit, sich im Dickicht der gesetzlichen Regelungen zur Pflegeversicherung zurecht zu finden. Wer kann ihnen helfen?

(sbü) Der Informationsbedarf zur Pflegeversicherung und ihren Leistungen ist gerade bei den älteren Menschen sehr hoch. Auch die Angehörigen von Pflegebedürftigen sind oft unsicher, wenn sie Hilfe und Unterstützung für ihre Pflegearbeit suchen. Viele wissen nicht, dass es bei den Krankenkassen eine Pflegeberatung gibt. Damit dies bekannter wird, hat die Verdi-Seniorengruppe der Nordoberpfalz die Pflegeberaterin Gerti Späth von der AOK in Weiden zu einem Referat ins "Bräustüberl" eingeladen.

Späth bot an, jederzeit Hilfestellung bei allen Fragen der Pflegeversicherung zu geben. "Ich komme gerne zu Ihnen ins Haus und berate Sie in Ihrer vertrauten Umgebung", sagte sie. Auch bei Fragen zu Heimplätzen, zum Schwerbehinderten-Ausweis oder zu Essen auf Rädern könne sie helfen. Und die Pflegeberaterin wurde auch gleich mit einer Fülle von Fragen konfrontiert. Die meisten betrafen die Voraussetzungen für die einzelnen Pflegestufen.

Dauerhaft pflegebedürftig

Wie sollen sich Angehörige gegenüber dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen verhalten? Als unabhängige Stelle prüft dieser die Gesamtsituation eines Pflegebedürftigen und entscheidet über die Zuordnung zu einer der Pflegestufen. Oberste Voraussetzung für den Bezug von Pflegeleistungen sei, dass Pflegebedürftigkeit als Dauerzustand, mindestens für sechs Monate bestehe. Wer sich rasch nach einem Unfall wieder vollständig erhole, erfülle diese Voraussetzung nicht.

Gerti Späth gab auch Tipps für das richtige Verhalten, wenn der Medizinische Dienst im Hause des Pflegebedürftigen die Voraussetzungen für die einzelnen Pflegestufen prüft. "Pflegebedürftige stellen sich aus verständlichen Gründen besser dar, als dies im Alltag tatsächlich der Fall sei", berichtete die Expertin. Deshalb sollten die Angehörigen unbedingt immer den tatsächlichen Hilfebedarf genau beschreiben. Ganz besonders wichtig sei dies bei Demenzkranken, für die auch zusätzliche Leistungen gewährt werden könnten.

Freiräume möglich

Die Pflegeberaterin zeigte den Unterschied zwischen Pflegegeld für pflegende Angehörige und Pflegeleistungen für die Pflegebedürftigen auf. Alles dies richte sich nach den Pflegestufen von "Null bis Drei". Informationsblätter wurden dazu ausgegeben und erläutert. Informationen, wann Zuschüsse für technische Hilfen, Verbrauchsmittel oder auch für Investitionen zur Verbesserung des Wohnumfeldes gewährt werden, sprach die Referentin zudem an. Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege könnten Freiräume für pflegenden Angehörigen schaffen.

Vor dem Umzug in ein Pflegeheim sollten die Angehörigen sich genau über Pflegesätze, Kostenerstattung und eventuelle Zahlungsverpflichtungen der Angehörigen informieren.
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