"Pfurz-Blues" und rotzfrecher Rap

"Bayerischer Freestyle Crossover" im Stadtbad: Das "Trio Hauer & Lang" setzte den Weidenern derb zu - und die quittierten es mit frenetischem Applaus. Bild: fz

Eigentlich ist's zum Heulen. "Leit aus der Weidn, ihr seids net zu beneidn, seids Pleite wie Griechenland, drum werd's aus der Euro-Zone verbannt." Mit solchen Reimen lässt das "Trio Hauer & Lang" die Weidener Tränen lachen.

"Ich liebte mal ein Mädl aus der Weidn, die wollt's am Tag gleich drei Mal treibn, ich liebte Mal ein Mädl vom Neubau, ja des war a alte S ..." Deftig, deftig. Das war nichts für zartbesaitete Seelchen, was da auf die 250 Besucher am Samstagabend im Stadtbad-Biergarten niederprasselte. Doch die fühlten sich nicht getreten, sondern empfanden es als Wertschätzung, dass sich das Neustädter Trio der Max-Reger-Stadt und dem Umland widmete.

Gerne unter Gürtellinie

Da fehlte auch die Fußgängerzone nicht. Der Applaus brandete durch die Idylle des abendlichen Stadtbades. "Hauer & Lang" waren witzig, skurril und schräg, spielten freche Lieder mit Texten, die die Gürtellinie umspielten und dabei auch ein Absinken gerne in Kauf nahmen. "Bayerischer Freestyle Crossover" nennen Thomas "Dammer" Hauer, Michael "Michl" Lang und Martin "Mirtl" Beutler ihren Stil des "Oberpfälzer Musikkabaretts", mit dem sie seit fast zwei Jahrzehnten für Furore sorgen. Vom Landler bis zum Blues, in alle Musikrichtungen packen sie derbe und provozierende Texte. "Männer wollen kuscheln, Frauen immer blos Sex" kommt als Rap. Mitsingen dürfen die Besucher beim Aufklärungslied "Danke Dr. Sommer" ("Zum ersten Mal is mir komma") oder dem frei nach Lou Reeds "Walk on the wild side" abgewandelten "Eigschpeit". Selbst Bruce Springsteens "Fire" wurde zu "Speia", und das Trio erklärte, was ein bayerischer Magen nicht vertragen kann.

Man bekam zu hören, wie des "Annamirl in der Nasn bohrt". Bei der "Kleinen Hex" schwebte sogar eine Gummipuppe über den Dreien. Der Ausflug in den Country war eine Homage an die Oberpfalz. "Gott erhalts, die Oberpfalz" kündete davon, dass die Indianer hier die "Tschechen" seien und der Saloon die "Zoiglstubn". 19 Lieder und fünf Zugaben hatten sie eingangs angekündigt und immer wieder die Zugaben wie saures Bier angepriesen, damit sie zum Schluss nur ja abgefordert werden. Natürlich war das dann vehement der Fall. Hier setzten "Hauer & Lang" einen absoluten Klassiker mit dem "Pfurz-Blues", bei dem den Besuchern musikalisch "aggressive Gerüche" in die Nase fuhren.

"Es wird ein Ereignis sich ereignen, welches sich im Stadtbad zuträgt, und da zeigen wir mal der Stadt, was Sache ist". Das hatten der Dammer, Michl und Mirtl im Netz angekündigt. Nicht übertrieben - das Lob aus Weiden geht Richtung Kreisstadt.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.