Plakativ ganz ohne Schnörkel

Eröffnung mit Freunden, Weggefährten und Schwiegersohn Rudolf Teichmann (links): Jazz-Urgestein, Künstler und Grafiker Albert Hertrich (rechts) hat mit über 500 Plakaten den Jazz-Zirkel von Anfang an grafisch in Szene gesetzt. Bild: otj

Die einen sind großartige Musiker, die anderen begnadete Künstler. Alfred Hertrich ist beides. Mit seiner Plakatkunst hat er dem Jazz-Zirkel Weiden e. V. ein unverwechselbares Corporate Design verpasst und dieses konsequent weiterentwickelt. 40 Jahre Jazz-Zirkel - ein perfekter Anlass für eine Werkschau des begnadeten Gitarristen und Grafikers.

Eröffnet wurde die Ausstellung am Dienstagabend von Freunden des Künstlers und von Kulturinteressierten im gut besuchten Foyer des Neuen Rathaus. Die musikalische Untermalung besorgten standesgemäß Marshall Kean, Günter Geiß, Alois Träger und Dr. Reinhard Roth von den "Sax Brothers".

Die Plakate hat Jazz-Urgestein Louis Reitz zusammengetragen. Auf Dachböden und in Kellern ist er fündig geworden. Neben den über 500 Postern hat er außerdem Zeitungsartikel und Bilder herausgesucht, die nun hinter Glas 40 Jahre Weidener Jazz-Geschichte eindrucksvoll und anschaulich dokumentieren.

Schnörkelloses Design und elegante Typographie: Der charakteristische Look der Hertrich-Plakate basiert fast ausschließlich auf einem schwarzen Font und negativer (weißer) Schrift. Dieser prägnante Kunstgriff war den finanziellen Mitteln des Vereins geschuldet. Farbdruck wäre in den Anfängen zu kostspielig gewesen. Auch später blieb man dem zurückgenommenen Design treu, das nur durch Farb- oder Foto-Details variiert wurde.

Es ist ein Glücksfall für die Marke Jazz-Zirkel, dass sie mit Alfred Hertrich einen künstlerische Doppelbegabung in den eigenen Reihen hat, die von Anfang an einen Gestaltungsraum für die repräsentative Außenwirkung des Zirkels schuf. Diesen entwickelte er mit großer handwerklicher und formalästhetischer Expertise stetig weiter.

Alfred Hertrichs Plakate liegen im Spannungsfeld von Kunst und Gebrauchsgrafik. Ein kreativer und schaffensfroher Kopf, der sein Handwerk aber von der Pike auf gelernt hat.

Nach einer Ausbildung zum grafischen Zeichner arbeitete Hertrich als Grafiker für die Porzellanindustrie, bei Rehau Plastics und Hueck in Pirk. 1984 ging er als freischaffender Grafikdesigner eigene Wege. Unzählige Plakate, aber auch Signets und Gestaltungsentwürfe hat er seitdem hervorgebracht.
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