"Plan B" schützt Mehrzweckhalle

Die Vorstandschaft der SpVgg SV steht auf. Die Sperrung der Mehrzweckhalle würde gravierende Folgen für die Weidener Sportvereine mit sich bringen bis hin zu einem Schaden im sechsstelligen Bereich. Dietmar Paulus (stehend) und Reiner Nachtigall (Dritter von rechts) moderierten die Diskussion mit den Bürgermeistern Jens Meyer und Lothar Höher. Bild: Wieder
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
30.10.2014
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Schäden im sechsstelligen Bereich drohen, dazu kommt der Imageverlust durch die Absage von Turnieren und Traditionsveranstaltungen. Das fürchten die Vereinsvertreter, wenn Asylbewerber in der Mehrzweckhalle untergebracht werden. Doch noch kann alles gut werden.

Vor acht Tagen gab's noch den großen Aufschrei und massive Vorwürfe, dass die Stadt ohne Absprache mit den Vereinen in ihrem Notfallplan vorsieht, die Mehrzweckhalle als Aufnahmelager an die Regierung zu melden. Am Mittwochabend üben alle Selbstdisziplin. "Bitte nicht politisch werden", forderten Dietmar Paulus, zweiter Vorsitzender der SpVgg SV, und sein Schriftführer Reiner Nachtigall, die ruhig durch den Abend führten. Sie begrüßten neben den Vertretern aus 15 Abteilungen und Vereinen sowie den Veranstaltern der Regionalmesse sowie "Clones of Rock" die Bürgermeister Jens Meyer und Lothar Höher.

Durchaus farbig und leidenschaftlich schilderten die Vereine und Abteilungen die Folgen, wenn die Mehrzweckhalle dicht gemacht werden müsse. Teilweise fürchten sie, ebenso wie die beiden Ausrichter der Großveranstaltungen, sogar um ihre Existenz. Paulus betont aber, es sei nicht Art der Sportvereine, "sich in die Ecke zu stellen und zu heulen".

Die Bürgermeister erläutern die Zwänge, unter denen Weiden bei der Aufnahme von Asylbewerbern stehe. Jens Meyer zitierte auch Regierungsvizepräsident Walter Jonas, "der keine Veranstaltung in der Mehrzweckhalle absagen würde".

Es sei nicht absehbar, ob und wann dieser Notfallplan in Kraft gesetzt werden müsse, wann die bisher zur Verfügung stehenden Einrichtungen die Flüchtlinge nicht mehr fassen könnten. Im Notfallplan sei eine Aufnahmekapazität von 200 bis 300 Betten in Weiden gefordert. Die Stadt arbeitet mit Hochdruck an einem "Plan B", um den normalen Betrieb in der Mehrzweckhalle sicherzustellen. Dabei habe man ein Gebäude im Blick, in dem aber nur rund 120 Asylbewerber untergebracht werden könnten. "Wir brauchen diese Halle und dann das Zugeständnis der Regierung." Es gebe aber auch Anzeichen, dass mit beginnendem Winter die Flut von Asylbewerbern abebbe.
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