Pokal-Kraftakt für die Region

Das war der Treffer, der den Weidener 3:0-Sieg gegen die Würzburger Kickers einleitete: Peter Schecklmann köpfte nach einer Ecke das Leder zum 1:0 in die Maschen. Bild: A. Schwarzmeier

Der Trainer kam mit dem Lesen der Glückwünsche per SMS nicht hinterher, der Vorsitzende freute sich über ein Lob von oberster Stelle: Die SpVgg SV Weiden ist nach dem Pokal-Triumph über die Würzburger Kickers in aller Munde. Zum ultimativen Glück fehlt nur noch ein einziger Sieg.

(af) DFB-Pokal - das Zauberwort sprachen die Anhänger der Schwarz-Blauen zuletzt nur unter vorgehaltener Hand aus. Zu hoch schien die Halbfinal-Hürde, zu gewaltig die Aufgabe, die sich gegen die Würzburger Kickers auftat. Ausgerechnet der Vorsitzende des Fußballbezirks Oberpfalz marschierte vorneweg und strotzte vor dem Anstoß am Mittwochabend vor Zuversicht.

"Ich habe dem Kurt Haas gesagt, dass es auf jeden Fall klappt", berichtet Maximilian Karl von seiner Ansage an den SpVgg-SV-Vorsitzenden. Woher bitte dieser Optimismus? "Weil bei Weiden gegen höherklassigere Gegner immer solche Kräfte frei werden", grinst Karl. Der Oberpfälzer Fußballboss freut sich kolossal: "Dass die SpVgg SV im bayerischen Pokalfinale steht, ist eine super Sache. Auch für die Region und den Bezirk."

Dr. Koch beeindruckt

Für Karl war der SpVgg-SV-Erfolg ausgemachte Sache. Dagegen kam sein "Chef" aus dem Staunen nicht heraus. Erstmals seit der Vereinsgründung vor viereinhalb Jahren war Dr. Rainer Koch wieder zu Gast im Sparda-Bank-Stadion. Und der Präsident des Bayerischen Fußballverbandes zeigte sich beeindruckt von den Fußballkünsten des Bayernliga-Dritten. "Er hat das Leistungsvermögen unserer Mannschaft gelobt", erzählt Kurt Haas. "Einen Klassenunterschied zum Regionalliga-Spitzenreiter hat er nicht feststellen können."

Ein Lob, das runtergeht wie Öl. Und das Haas gerne weitergibt an die Spieler: "Ich habe schon gewusst, was in ihnen steckt. Aber dass sie so auftrumpfen können, hätte ich nicht geglaubt." Begeistert ist Haas vor allem vom Teamgeist, der die Mannschaft im Pokal von Erfolg zu Erfolg trägt. "Der Zusammenhalt ist nirgends so ausgeprägt wie bei uns."

Und tatsächlich: Die Liste der am Wasserwerk gescheiterten Teams liest sich wie ein Verzeichnis des bayerischen Amateurspitzenfußballs: SSV Jahn Regensburg, SV Seligenporten, FC Eintracht Bamberg und jetzt die Kickers aus Würzburg. Jenes Team, das als Regionalliga-Meister so gut wie feststeht und seit Saisonbeginn auswärts noch keine Pflichtspielniederlage erlitten hat. Und überhaupt: Drei Gegentreffer hat den Unterfranken in den vergangenen Monaten keiner eingeschenkt.

Um so mehr freut sich Christian Stadler über die Fairness des gegnerischen Trainers. "Bernd Hollerbach hat von einem verdienten Weidener Sieg gesprochen." Es blieb nicht die einzige Gratulation. Zwischenzeitlich hatte Stadler am Donnerstag sein Handy ausgeschaltet. "Als ich wieder einschaltete, waren gefühlt 1000 Glückwünsche drauf." Für den Ligabetrieb erwartet er sich einen "super Schub. Ob wir nochmal an die Spitze rankommen, müssen wir sehen." Falls nicht, so Stadler, werde man sich ganz auf das Pokalfinale konzentrieren.

Das Endspiel ist für 13. Mai terminiert, der Gegner heißt entweder SpVgg Bayreuth oder SpVgg Unterhaching. Während Stadler der Finalkontrahent "ziemlich egal" ist, bevorzugt Haas die Bayreuther: "Das wäre ein klassisches Derby." Eines, das wohl mehr Zuschauer anlocken wird als die mageren 450 Besucher am Mittwochabend.

Mehr nicht zu leisten

"Mehr, als ein Pokalfinale zu erreichen, kann eine Mannschaft nicht leisten", sagt Stadler. Und er bittet um Unterstützung: "Wenn es um den Einzug in die DFB-Pokal geht, müssen Weiden und Umgebung einfach hinter uns stehen." Einer, der dies macht, ist Maximilian Karl: " Weiden packt's im Finale. Und dann können wir uns wie vor sechs Jahren wieder auf Borussia Dortmund freuen."
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