Politik als Jungbrunnen

Den Gründungsmitgliedern der AG 60plus gratulierten unter anderem Landtagsabgeordnete Annette Karl (Sechste von links) und Werner Schieder, ehemaliges Mitglied des Bundestages (Zweiter von rechts). Alois Wolfram (Fünfter von links) führte die AG zehn Jahre lang und wurde für seine Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Bild: Otto

Nicht alt, sondern "20 Jahre jung" - das ist das Geburtstagsmotto der Weidener AG 60plus in der SPD. Am Mittwoch feierten die Genossen die runde Zahl mit einem politischen Frühschoppen.

Weiden. (otj) Ursula Kinner, seit Januar 2015 Vorsitzende der Weidener Genossen über 60, ließ die vergangenen Jahre Revue passieren. "Hans Kunz, vielen bekannt als ,Flockl', hat 1995 den Stadtverband Weiden aus der Taufe gehoben und wurde bei der Gründungsversammlung zum Vorsitzenden gewählt." Fast zehn Jahre lang habe dieser die Arbeitsgemeinschaft "mit Energie und Ideenreichtum" aufgebaut und geführt. Erst 2004 habe Kunz um die Entbindung vom Vorsitz gebeten.

Mit Elan und Kreativität

Auch die Leistungen des nachfolgenden Vorsitzenden, Alois Wolfram, würdigte Ursula Kinner. "Mit Elan, Kreativität und Idealismus hat Alois zehn Jahre lang den Stadtverband als Vorsitzender geführt und sich damit für die Partei verdient gemacht."

Wie lebendig die AG 60plus sei, zeige sich in den etwa 30 Aktivitäten im Jahr - mit jeweils 30 Teilnehmern. Neben aktuellen sozialen und politischen Themen sei auch die Geselligkeit nie zu kurz gekommen. Zoigl-Besuche, Preisschafkopf, Fasching, Sommerfeste, Weihnachtsfeiern und Besichtigungen stünden auf dem Programm. "Von Anfang an hat sich der monatliche politische Frühschoppen als Dreh- und Angelpunkt der Gruppenaktivitäten entwickelt. Und das ist so geblieben", freute sich Ursula Kinner.

Zu der Feier hatten sich auch die Landtagsabgeordnete Annette Karl und der ehemalige Bundestagsabgeordnete Werner Schieder eingefunden. Den 20. Geburtstag der AG nahm die Vorsitzende zum Anlass, Gründungsmitglieder zu ehren: Willi Greiner, Josef Hofer, Anna Kurz, Wilhelm Moser, Helmut Ruhland, Ingrid Sittl, Johann Sittl und Franz Striegl freuten sich über eine Urkunde. Alois Wolfram wurde für seine Verdienste in der AG 60plus zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Nach einer musikalischen Pause sprach MdL Annette Karl über die Bedeutung der Senioren für Politik und Alltag. "Ihr seht nicht alt aus, sondern dynamisch. Ihr seid mittendrin. Die Gruppe ist ein Jungbrunnen." Die Politikerin betonte, dass der negativ besetzte demografische Wandel doch zunächst einmal etwas Positives sei. Senioren seien keine reinen Leistungsempfänger, sondern hätten noch wertvolle Beiträge zu leisten. Eine besondere Bedeutung habe das Ehrenamt. "Diese Erfahrung und diese Fähigkeiten von staatlicher Seite zu bieten - das würde schnell Milliarden kosten", ist Annette Karl überzeugt.

Das Problem der Altersversorgung sehe sie natürlich auch. Man dürfe dennoch nicht zulassen, dass da ein Keil zwischen Jung und Alt getrieben werde. "Die Rente muss wieder so gestaltet werden, dass man davon in Würde leben kann", richtete sie ihren Appell in Richtung der Bundespolitik. Das Modell der privaten Rentensicherung sei gescheitert, das zeige beispielsweise die Entwicklung der Zinsen.

Barrierefreiheit angemahnt

Ein weiterer Aspekt sei der Mangel an Barrierefreiheit. Hier sehe sie den Ministerpräsidenten in der Pflicht. Dieser habe versprochen, Bayern barrierefrei zu machen. "Der wollte es auf die Kommunen abwälzen. Dabei weiß jeder, dass denen das Geld ohnehin schon fehlt."
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