Polizei ermittelt nach Anschlag zwischen Rehbühl und Weiden-West - Labrador wohlauf
Hündin "Leika" schluckt Köder mit Klingen

Renate Richter und ihre "Leika". Die Labradorhündin hat den Anschlag offenbar gut überstanden: Am Samstag spie sie Klingen eines Teppichmessers aus, die sie am Vortag mit einem Köder geschluckt hatte. Bild: Huber

"Leika" ließ sich nichts anmerken. Dass sie beim Spaziergang kurz einen kleinen Imbiss zu sich genommen hat, blieb ihrer menschlichen Begleiterin verborgen. Und auch danach wirkte die neunjährige Labradorhündin nicht beeinträchtigt. Irgendwann am frühen Samstagmorgen muss jedoch ihr Magen rebelliert haben. Auf die Folgen stieß Frauchen Renate Richter in der Küche: eine Pfütze Erbrochenes. Mittendrin zwei scharfe Klingen. "Ich bin richtig erschrocken."

Die Weidenerin hat Anzeige erstattet. Denn für den Fund gibt es ihrer Meinung nach nur eine Erklärung: Ein Hundehasser hat einen Köder ausgelegt, einen Happen Wurst oder ein anderes "Gutti", den er mit den beiden Dreiecksklingen eines Teppichmessers gespickt hatte. "Leika" muss den Köder am Freitag auf der Strecke zwischen Rehbühl und Weiden-West geschluckt haben. Dort gehen Renate Richter und ihre Schwester mit dem Hund ungefähr drei Mal pro Woche am Rehmühlbach entlang, vom Laubenweg bis zum Bereich Waldfriedhof. Ungewöhnliches ist ihnen noch nicht zugestoßen. Bis jetzt.

Günther Burkhard, Sprecher der Polizeiinspektion, rät Hundesbesitzern in dem Bereich zu erhöhter Vorsicht. Wegen des Vorfalls mit "Leika" habe die Polizei die Ermittlungen aufgenommen (Hinweise unter Nummer 0961/4010).

Nicht bestätigen kann Burkhard, was Renate Richter von anderen Hundehaltern erfahren hat: Im Mooslohgebiet seien mehrfach Giftköder deponiert worden. Ein Besitzer habe innerhalb von einer Woche zwei Hunde verloren, weil sie Gift gefressen hätten. Angezeigt hat er das jedoch ganz offensichtlich nicht. Die jüngsten bestätigten Meldungen von Giftködern in Weiden stammen aus Frauenricht. Mindestens ein Hund und zwei Katzen verendeten deshalb im November 2012 (wir berichteten), der Urheber wurde nie ermittelt.

Ob es im Falle von "Leika" gelingt, dem Übeltäter das Handwerk zu legen? Renate Richter hofft das vor allem mit Blick auf andere Vierbeiner. "Hätte ein kleinerer Hund die Klingen geschluckt, wäre er jetzt tot", vermutet sie. "Leika" hat den Anschlag allem Anschein nach gut überstanden. "Sie ist topfit", berichtet die Besitzerin. "Typisch Labrador. Der hat halt einen Saumagen."
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