Polizei muss acht Auseinandersetzungen schlichten
Verstrittenes Wochenende

Eigentlich hatte die Polizei diesen Mann wieder aus dem Arrest entlassen. Weil er sich danach aber unters Polizei-Schild ins Gras legte und trotz Kälte nicht gehen wollte, kam er abermals in die Zelle. Bild: Polizei
"Wir haben derzeit weder Vollmond, noch muss unter einer Hitzeperiode gelitten werden. Trotzdem kam die Polizei am Wochenende ganz schön ins Schwitzen." Mit dieser Feststellung beginnt der Polizeibericht über eine in der Tat auffällige Häufung von teils gewalttätigen Streitereien in und vor Weidener Lokalen: Acht Mal musten die Beamten deshalb am Wochenende ausrücken.

Zwei Fälle davon ereigneten sich am frühen Samstagmorgen in einer Disco. Dort fühlte sich ein 49-Jähriger aus Sachsen-Anhalt von zwei Amerikanern angegangen. Weil er - so seine Begründung - "eine Nahkampf- und Scharfschützenausbildung in der Nationalen Volksarmee der Deutschen Demokratischen Republik genossen" hatte, habe "er sich selbst verteidigt". Dabei sei er aber von einem Mitarbeiter der Security festgehalten worden. Dieser wiederum gab an, dass der Mann grundlos auf die Amerikaner losgegangen sei. Fast zeitgleich gerieten sich in der Disco zudem eine 17- und eine 18-Jährige in die Haare. Warum, ist unklar. Jedenfalls entschied die Jüngere die "Auseinandersetzung mit einem Faustschlag ins Gesicht ihres Gegenübers", so die Beamten. "Die Kampfhennen mussten schließlich von der Polizei getrennt werden.

Weiter ging es in der Nacht zum Sonntag. Zunächst mussten die Beamten in den Süden der Stadt, wo sich abermals zwei junge Frauen stritten. Dabei schlug eine 21-Jährige ihrer Kontrahentin mit einem Glas ins Gesicht, wodurch diese erheblich am Auge verletzt wurde und eine Gehirnerschütterung erlitt. Immerhin gewaltfrei verlief ein anderer Streit vor einem Lokal zwischen drei Teenagern, den die Beamten zufällig mitbekamen und beruhigten.

Heftiger wurde es dann wieder in einer Disco im Stadtzentrum, wohin die Polizei im Abstand von zehn Minuten gleich vier Mal fahren musste. Zunächst wegen eines 21-Jährigen, der vor der Tür pöbelte und sich erst auf der Inspektion beruhigte. Dann wegen eines Faustschlags, den ein 21-Jähriger einem 25-Jährigem verpasste. Und schließlich erneut wegen eines Mannes, der vor der Tür die Gäste anging.

Den längsten Eindruck bei den Beamten hinterließ aber der letzte Fall des Wochenendes. Auch hier ging es um einen Mann, der permanent vor der Disco pöbelte. Der 29-Jährige landete schließlich in einer Arrestzelle. Aus der wurde er zwar am Morgen wieder entlassen. Nur weg wollte er offenbar nicht: Als nämlich etwas später ein Wachbeamter zum Dienst kam, "traute er seinen Augen nicht", schildert der Polizeibericht. Direkt unter dem Polizeischild vor der Dienststelle hatte er sich bei zwei Grad plus ins Gras gelegt - und wollte auch auf gutes Zureden hin nicht gehen. Nach Rücksprache mit einem Richter nahmen ihn die Beamten abermals in Gewahrsam. "Bis Sonntagmittag durfte der 29-Jährige in der beheizten Zelle verbleiben. Nach seiner zweiten Entlassung entfernte er sich in Richtung Innenstadt."
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