Polizei schlägt morgens zu

Polizei und Staatsanwaltschaft vermelden am Montag die Festnahme von zwei dringend tatverdächtigen Männern im Zusammenhang mit dem Raubüberfall am Hammerweg: (von links) Polizeisprecher Albert Brück, Kripochef Thomas Bauer, Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer, Oberst Ludek Fiala, Dolmetscherin Kristina Dupal und Josef Eckl, Koordinator im Gemeinsamen Zentrum Petrovice-Schwandorf. Bild: Hartl

"Bei unserer Spezialeinheit gibt es nicht viel Möglichkeit zur Gegenwehr." Oberst Ludek Fiala von der Kriminalpolizei Pilsen schildert die Festnahme von zwei Tatverdächtigen im Raubüberfall Hammerweg. An der Aktion am frühen Donnerstagmorgen waren 48 tschechische Beamte beteiligt.

(ca) Die Pilsener Einsatzkräfte nahmen die Männer um 4.30 bzw. 7.14 Uhr fest, als sie ihre jeweiligen Wohnungen in Nýrany und im Pilsener Stadtteil Újezd verließen. Die Männer sind 33 und 43 Jahre alt und wegen Gewalt- und Drogendelikten mehrfach vorbestraft. Aus Weiden waren fünf Kriminalbeamte der Ermittlungsgruppe "Siedlung" mit Leiter Thomas Gallei vor Ort, ebenso der Weidener Staatsanwalt Christian Härtl, der die europäischen Haftbefehle in der Tasche hatte.

Die Männer wurden dem Haftrichter vorgeführt und befinden sich jetzt in Tschechien in Untersuchungshaft. Sie wurden befragt, informiert Kripochef Thomas Bauer, haben aber bislang keine Geständnisse abgelegt. Auf Basis von deutschen Rechtshilfeersuchen wurden zudem ihre Wohnungen und Fahrzeuge durchsucht und Gegenstände sichergestellt. Bei Nýrany handelt es sich um einen 7000-Einwohner-Ort nahe Pilsen.

Warten auf Überstellung

Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer rechnet mit einer Auslieferung in "wenigen Wochen". Er geht davon aus, dass die Tschechen in Weiden vor Gericht gestellt werden. Die Vorwürfe lauten auf schweren Raub und schwere Körperverletzung, wofür das Strafmaß bei 5 bis 15 Jahre liege: "Dieses Verbrechen bewegt sich für mich eher in Richtung 15 Jahre." Schäfer freut sich über den Ermittlungserfolg "der kleinen, aber feinen Kripo Weiden". "Ohne die Erfolge polizeilicher Ermittlungen könnten wir keine Anklagen erheben und keine Verurteilungen erwirken. Es läuft hier wirklich sehr gut."

Die beiden Tatverdächtigen sind in ihrem Heimatland wegen diverser Gewalt- und Drogendelikte vorbestraft. Über eine mögliche Verbindung eines Verdächtigen zu dem Opfer, das seit Jahrzehnten eine Autowerkstatt und einen Autoteilehandel im Landkreis betreibt, will sich Leitender Oberstaatsanwalt Schäfer nicht äußern.

Für die Ermittler ist die Festnahme der beiden Tschechen ein großer Schritt. Seit September waren sie an den nun Inhaftierten dicht dran, jetzt schnappte die Falle zu - zumindest für zwei Männer. Alle Beteiligten kündigen am Montag an, nicht eher ruhen zu wollen, bis auch der Dritte im Bunde gestellt werden kann. "Wir sind noch nicht am Ende", sagt Schäfer: "Wir werden auch ihn finden." Das bringt dem Staatsanwalt die Zustimmung der letzten Reihe ein, die der Pressekonferenz beiwohnt: Hier sitzen fast vollzählig die Ermittler der EG "Siedlung".

Immer wieder wird am Montag die unbürokratische Zusammenarbeit mit den Tschechen gelobt. Kripochef Bauer spricht von einer "engen Ermittlungspartnerschaft" mit der Kripo in Pilsen. Koordinator Josef Eckl berichtet, wie sich das Gemeinsame Zentrum der Polizei- und Zollzusammenarbeit in Schwandorf eingebracht hat. Die Dienststelle ist gemischt besetzt mit deutschen und tschechischen Polizisten. Sie halfen beispielsweise bei der Übersetzung und schnellen Übermittlung von Dokumenten (Haftbefehle, Durchsuchungsbeschlüsse etc.).
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