Polizeiauto geknackt

Zwei Autoknacker haben ausgerechnet einen zivilen Dienstwagen der Polizei aufgebrochen. Das Auto war zwar nicht grün-weiß lackiert. Aber es trug das Kennzeichen "R - PR" für Präsidium Regensburg.

(ca) Das Ganze spielte sich auch noch vor den Augen der Polizei ab. Die Zivile Einsatzgruppe setzte im Frühjahr alles daran, eine Serie von 25 Kfz-Aufbrüchen zu stoppen. Fahnder hatten sich rund um das Klinikum postiert, teils ausgerüstet mit Ferngläsern. Eine Beamtin spähte aus dem Fenster des Krankenhauses. Sie hatte damit beste Sicht auf den Aufbruch ihres Dienstwagens, geparkt in der Bismarckstraße.

Die beiden Autoknacker fanden sich am Mittwoch vor dem Schöffengericht wieder: zwei Weidener (43 und 33 Jahre). Beide sind erwerbslos, geschieden, vorbestraft wegen Körperverletzung, Diebstählen und Drogendelikten. Staatsanwalt Andreas Gietl klagte insgesamt acht Diebstähle an: vier Autoaufbrüche, dazu einen Wohnungseinbruch sowie Ladendiebstähle in Kaufland und Baywa.

Die beiden Hauptangeklagten waren in vollem Umfang geständig. Auf der Anklagebank musste auch eine 25-jährige Altenpflegerin Platz nehmen, die Schmiere gestanden haben soll. Sie bestritt die Vorwürfe.

Perfekter Coup der Polizei

Die Polizisten der Zivilen Einsatzgruppe der Weidener Polizei schilderten vor Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl die Festnahme am 14. Mai. Schon über Tage waren sie den Autoknackern dicht auf den Fersen. Die Aufbrüche konzentrierten sich zuletzt auf das Gebiet rund um das Klinikum. Zwei Beamte bezogen Posten in einem Dienstwagen. Ein Fahnder und seine Kollegin parkten ihr ziviles Dienstfahrzeug in der Bismarckstraße. Die Polizistin postierte sich dann im Krankenhaus. "Es hat gar nicht so lange gedauert." Dann schoben die Angeklagten mit ihren Rädern die Bismarckstraße entlang, begleitet von der 25-Jährigen. Schon da deutete einer auf den Dienstwagen.

30 Minuten später kehrte das Trio zurück, beobachtet von vier Beamten aus unterschiedlichen Richtungen: Mit dem Ellbogen ließ der 43-Jährige die Seitenscheibe des Autos bersten. Der 33-Jährige griff sich eine Tasche aus dem Innern - als die Fahnder der ZEG zugriffen.

Die beiden Männer räumten zudem den Aufbruch eines VW Golf am Stadtfriedhof ein, bei dem sie eine Handtasche samt Portemonnaie erbeuteten. Außerdem den Kfz-Aufbruch in der Luitpoldstraße, bei dem ein Laptop im Wert von 1300 Euro gestohlen wurde. Im Mai brachen die Angeklagten in ein Wohnhaus nahe des "Poco"-Möbelmarktes ein, stahlen dort Ringe, Kamera und Fahrzeugbriefe und nahmen gleich noch das Auto vor dem Haus mit.

Ein Urteil fiel am Mittwoch noch nicht: Das Schöffengericht hört am Freitag, 15. November, das Gutachten von Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder. Beide Angeklagte hatten in der Vergangenheit Drogenprobleme und waren auch schon zur Unterbringung in Entzugskliniken verurteilt worden. Am 15. November wird dann auch das Urteil erwartet.
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