Polizeioberkommissar Wilhelm Fritz verrät die Tricks der Taschendiebe
Erst ausspähen, dann zugreifen

Wie man sich vor Taschendieben schützt, erfuhren die Gäste im Maria-Seltmann-Haus von Polizeioberkommissar Wilhelm Fritz (links). Eine böse Überraschung hatte auch eine Zuhörerin schon gemacht: Ihre Tasche wurde in Nürnberg aufgeschlitzt und entleert. Bild: Steinbacher
26 Mal - so oft haben Taschendiebe im vergangenen Jahr in Weiden zugelangt. Meist ging es ihnen um Mobiltelefone, die sie nicht selten in unübersichtlichen Discos schnappten. Aber auch Senioren zählten oft zu ihren Opfern. Das muss aber natürlich nicht sein: Tipps, wie sich Senioren schützen können, gab es im Maria-Seltmann-Haus. Polizeioberkommissar Wilhelm Fritz referierte dort über die Tricks von Taschendieben und Co. Die Veranstaltung war Teil der Reihe "Alt werden, und dann?", organisiert von Seniorenbeauftragtem Alfons Heidingsfelder.

Da wäre zum Beispiel der "Glas-Wasser-Trick": Ein Unbekannter klingelt an der Wohnungstür und fragt nach einem Glas Wasser. Durst hat er in Wahrheit natürlich nicht. Ihm geht es darum, in die Wohnung zu kommen und womöglich etwas Wertvolles mitzunehmen, wie Fritz erläutert. Andere Varianten, die auch auf Zutritt zu einer Wohnung abzielen: Jemand klingelt und behauptet, in einer Notlage zu sein. Oder jemand gibt sich als Amtsperson oder Handwerker aus. Die richtige Gegenstrategie laut Fritz: Immer misstrauisch sein und nie fremde Personen in die Wohnung lassen. Von Amtspersonen immer die Ausweise kontrollieren. Wenn sich jemand in einer Notlage befindet, Notarzt oder Polizei verständigen.

Aber auch in der Öffentlichkeit lauern Diebe. "Es wird selten die ganze Handtasche gestohlen", weiß Wilhelm Fritz. Meist verschwinden nur Geldbeutel und Handys. Und das an allen nur möglichen Orten: ob beim Aufsperren der Wohnungstür, auf dem Parkplatz, in der Fußgängerzone oder beim Einkaufen. Doch egal wo, spontan geschieht es nur selten. Meistens ist man ausgespäht worden, so Fritz. Täter beobachten andere meist genau und merken sich, wo jemand zum Beispiel nach dem Bezahlen an der Kasse seinen Geldbeutel verstaut hat.

Dagegen hilft es, Handtaschen immer am Körper zu tragen und nie unbeaufsichtigt abzustellen. Geldbörsen sollten nie obenauf liegen, sondern weit unten in der Tasche verstaut sein. Den Handtaschenverschluss sollten Frauen zur Innenseite drehen. Sinnvoll auch: Geldbeutel in Innentaschen von Jacken stecken.

Zur Vorsicht rät Fritz auch an Geldautomaten oder beim Bezahlen mit Karte. Um sich vor Scheckkartenbetrug zu schützen, sollte man die Geheimzahl immer abdecken und sie auch niemandem mitteilen. Eine Masche, die zurzeit sehr aktuell ist, ist der "Enkeltrick". Betrüger rufen dabei vor allem Senioren an und geben sich als Familienmitglied aus, das dringend Geld braucht. Nicht zahlen - sondern Verwandte oder Polizei in solchen Fällen verständigen: So lautet der Rat der Polizei.
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