Prakplatz-Problematik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Weiden
Strafzettel auf leerem Parkplatz

Viel Platz. Und doch darf ihn nicht jeder nutzen. Einen Strafzettel über 15 Euro hat ein Student kassiert, weil er in den Ferien sein Auto ohne Sonderausweis auf dem Schülerparkplatz der FOS/BOS geparkt hat. Bild: Hartl

Alexander Held, Student an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Weiden, "kann's eigentlich immer noch nicht glauben". Er hat einen Strafzettel über 15 Euro kassiert, weil er in den Pfingstferien sein Auto auf dem - leeren - Schülerparkplatz der Fachoberschule abgestellt hatte.

Weiden. (ca) Der Student aus Hirschau dachte an ein "Hirschauer Stückl", einen Schelmenstreich der städtischen Verkehrsüberwachung. "Dort war alles frei. Es waren Schulferien, und ich habe somit keinem Schüler der FOS/BOS einen Parkplatz weggenommen." Das Problem an der Weidener Hochschule ist bekannt: Für 1700 Studenten gibt es am Hetzenrichter Weg nur knapp 270 Stellplätze. Selbst wenn alle Ortsansässigen andere Verkehrsmittel nutzen, wird es für die Pendler aus ganz Nordbayern eng.

Knöllchen nach 4 Minuten

Wie für Alexander Held aus Hirschau eben, der an dem Tag erst um 10 Uhr zum Unterricht musste. Um diese Zeit ist es unmöglich, auf dem OTH-Parkplatz noch einen Fleck zu finden. Noch in diesem Jahr könnte sich das Problem entschärfen: Wie der NT berichtet hat, plant die OTH weitere 185 neue Stellplätze in Richtung Schützenhaus am Hetzenrichter Weg. Bis es soweit ist, könnte zumindest in den Schulferien der benachbarte Parkplatz der nagelneuen FOS/BOS das Problem lindern.

Das dachte sich Alexander Held - "und einige andere auch". Am 3. Juni um 9.50 Uhr stellte er sein Auto ab. Um 9.54 Uhr hat die Verkehrsüberwacherin schon die Verwarnung ausgestellt, weil der nötige Sonderausweis der FOS/BOS nicht hinter der Scheibe lag. "Wartet die Dame den ganzen Tag darauf, bis sich wieder ein dummer Student auf den Parkplatz stellt?"

Alexander Held ist sich sicher, nicht der einzige unter seinen Kommilitonen gewesen zu sein, den es getroffen hat. "Für mich stellt sich die Frage, ob die Stadt Weiden möchte, dass wir lieber die Wohnsiedlungen zuparken?" Der Hirschauer sieht in den Knöllchen auch nicht unbedingt eine Werbung für Weiden als Studienort. Er hat daher noch am 3. Juni eine Protestnote an Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und die Verkehrsüberwachung verfasst. Eine Antwort hat er nicht bekommen.

Norbert Schmieglitz, Sprecher der Stadt Weiden, verweist auf NT-Nachfrage an das städtische Rechtsamt. Rechtsdezernent Hermann Hubmann ist im Urlaub und wird von Juristin Nicole Hammerl vertreten. Eine Stellungnahme ist für Dienstag angekündigt, zunächst möchte man die Verkehrsüberwachung anhören.
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