"Probleme sind meist menschengemacht"
Briefe an die Redaktion

Zu dem Bericht "Hunde verjagen Niederwild" vom 17. März:

"Heftige Kritik" äußerte OVW-Vorsitzender Alois Lukas an Mountainbikern und Hundebesitzern. Das Wild fände die nötige Ruhe nicht mehr. Das mag sein. Vereinzelte Mountainbiker, die durch die Nacht rasen, oder Spaziergänger mit Hund, die ihre Tiere sehr häufig verantwortungsbewusst an der Leine führen, sind aber wohl in geringem Maß ursächlich dafür.

In diesem Winter fand ein gewaltiges Abholzen in den Wäldern statt. Vom Lärm der Sägen ganz zu schweigen, verwüstet schweres Gerät Böden und Wege. Erst kürzlich waren wir an der Girnitz unterwegs, um den mit einem blauen Kreuz markierten, idyllischen Pfad am Waldrand zu genießen. Dieser war jedoch begraben unter gefällten Fichten und zu Schlamm zerwühlt. Auch ein Baum mit dem Markierungsschild des "Wanderweges", lag darnieder. Muss das sein?

Keine Kritik höre ich außerdem am Verhalten der Jäger, die, im Interesse der Wirtschaft, Abschusspläne über(!)erfüllen und manche Waldstücke "wildfrei" halten. Stolz präsentierten diese auch Dutzende toter Füchse. Immerhin wies einer davon die gefürchtete Räude auf (Berichte NT). Unser Wald könnte Raum für alle hier heimischen Pflanzen und Tiere sein, und vielleicht gäbe es eine zunehmend natürliche Regulierung der Populationen, wenn wir Menschen bewusst und nur behutsam eingreifen würden. Die meisten Probleme sind menschengemacht! Für deren Lösung sollten wir an einem Strang ziehen.

Irmi EckelWeiden

Neue Erkenntnisse

In dem Artikel "Ketchup aus dem eigenen Labor" wurde berichtet, dass Christian Schwarz (FOS/BOS) beim Regionalentscheid "Jugend forscht" den dritten Preis und einen Sonderpreis erhielt, weil er folgendes untersucht hatte: Er wollte wissen, ob sich der Wirkstoff Juglon, den ein Walnussbaum zur Vernichtung von Konkurrenzpflanzen produziert, auch auf andere Gewächse auswirkt.

Juglon ist ein natürlich vorkommender Farbstoff mit einer ewig langen systematischen chemischen Bezeichnung. Juglon kann aus Walnussschalen isoliert und inzwischen auch synthetisch erzeugt werden. Vorstufen von Juglon finden sich in den Blättern und können beim Verfall dieser in den Boden gelangen, wodurch die Wurzelbildung anderer Pflanzen behindert wird. (Auch die grünen Schalen der unreifen Früchte des Walnussbaums (Juglans regia L.) enthalten Juglon.) Auf diese Weise wachsen Konkurrenten um Wasser und Nährstoffe unter Walnussbäumen nur spärlich.

Christian Schwarz hat hier auf ein neueres und unglaublich interessantes Forschungsgebiet aufmerksam gemacht, zu dem es - total neu! - auch ein faszinierendes Buch gibt: "Die Intelligenz der Pflanzen" von Stefano Mancuso & Alessandra Viola (Kunstmann Verlag). Die Autoren lassen die pflanzliche Welt in einem ganz neuen Licht erscheinen. Pflanzen sind erstaunlich: Außer den fünf Sinnen des Menschen haben sie noch mindestens 15 weitere!

Ingeborg GollwitzerAltenstadt/WN

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