Projekt Zukunftscoach wird fortgesetzt - Passgenaues Konzept für die Max-Reger-Stadt entwickelt
Ruidisch feilt weiter an Weidens Zukunft

Zwischen Flipchart und Info-Tafel: Zukunftscoachin Roswitha Ruidisch plant immer sehr systematisch. Nicht umsonst war sie lange Jahre im Hochschulbereich tätig. Bild: sbü
Weiden. (sbü) Von den ursprünglich 16 Zukunftschoaches der Städte und Landkreise in der Metropolregion Nürnberg sind nur noch sechs übrig. Darunter die Weidener Zukunftscoachin Roswitha Ruidisch. Sie hatte federführend zusammen mit Arbeitskreisen das Demografie-Konzept für die Stadt entwickelt. Es soll Weidens Wirtschaft und Arbeitsmarkt widerstandfähiger machen gegen die Folgen des demografischen Wandels.

Förderung sinkt demnächst

Drei Jahre lang haben die 16 Fachkräfte in der Metropolregion Nürnberg gearbeitet: Sie initiierten über 250 Einzelprojekte, haben 270 Netzwerke mit über 7000 Akteuren aufgebaut und organisierten mehr als 350 Veranstaltungen zu Aspekten der demografischen Entwicklung. In einer Bilanz-Konferenz in Weißenburg berichteten die Städte und Landkreise fast ausnahmslos positiv über den Verlauf des Projekts. Trotzdem wollen nur sechs die Fortsetzung des Programms beantragen.

Hintergrund ist, dass das Programm Zukunftscoaches nur noch bis 30. Juni zu 70 Prozent vom bayerischen Sozialministerium unter Einbeziehung von Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird. In der zweiten Periode - vom 1. Juli 2015 bis 30. Juni 2018 - sinkt die Förderquote auf 50 Prozent. Eventuell kommen noch 10 Prozent aus Landesmitteln dazu. Die Restfinanzierung muss von den Gebietskörperschaften aufgebracht werden. "Außerdem sind die projektbezogenen Auswahlkriterien deutlich verschärft worden", berichtet Roswitha Ruidisch im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch das habe viele Kommunen bewogen aufzuhören.

Weiden zählt hier zu den wenigen Ausnahmen. Der Stadtrat hat grünes Licht für die Fortsetzung gegeben. Die sonstigen Anforderungen können wohl erfüllt werden, sagt Ruidisch. "Das Demografie-Konzept wird Punkt für Punkt umgesetzt", erklärte deshalb auch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß in seiner Ansprache am Arbeitnehmertag in der Max-Reger-Halle (der NT berichtete). Die Arbeit der Weidener Zukunftscoachin bewertete er als außerordentlich wertvoll und erfolgreich.

Der Grund für den Erfolg, laut Ruidisch: "Wir sind einen anderen Weg gegangen als die meisten Kommunen." Der habe vermutlich nicht ganz so schnell zu fertigen Projekten geführt. Dank der Einbeziehung vieler Organisationen und Partner sei jedoch ein Demografie-Konzept entwickelt worden, das auf die speziellen Bedürfnisse von Weiden zugeschnitten sei.

Roswitha Ruidisch glaubt fest daran, dass das Konzept erfolgreich sein wird. Mit dem Projekt "Jugend stärken im Quartier" (Fördervolumen 1,2 Millionen Euro) sei schon ein erster großer Wurf gelungen. Weitere Beispiele umgesetzter Projektvorschläge: die "Projektwoche Altenpflege" oder die "Roadshow Duales Studium". Wie schwierig allerdings die Umsetzung manches Einzelprojekts sei, macht die Expertin am Beispiel "Teilzeitausbildung für Langzeitarbeitslose" deutlich: "Bekanntlich hat die Stadt besonders viele Langzeitarbeitslose. Aber zum Teil mangelt es an der Motivation der Betroffenen für die Maßnahme, zum Teil fehlen die Ausbildungsplätze."
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