Proteste zeigen Wirkung

Einem Stadtteil die Schule wegnehmen, das tut weh. Da sträubt sich in mir alles.

Im Bereich der Weidener Grundschulen tut sich erst einmal gar nichts. Selbst das Reförmchen, das der Schulbeirat am Donnerstag beschlossen hat, und über das nun noch der Stadtrat befinden muss, taugt nicht zur schnellen Umsetzung.

Einstimmig stellten sich die Schulbeiräte hinter den Vorschlag der Verwaltung, den Stadtplaner Dipl. Ing. Friedrich Zeiß erläuterte. Danach sollen nicht mehr so viele Kinder aus dem Stadtteil Lerchenfeld und aus dem Bereich Naabwiesen mit dem Bus nach Rothenstadt in die Hans-Sauer-Schule kutschiert werden. Sie könnten künftig nach einer Sprengeländerung zu Fuß die Albert-Schweitzer-, die Gerhardinger- oder die Clausnitzerschule erreichen.

Die Konsequenz wären weniger Schüler in Rothenstadt, so dass der Altbau überflüssig würde. Als Ausgleich soll der Neubau generalsaniert und damit auch behindertengerecht werden. Allerdings ist völlig offen, wann diese Maßnahmen greifen sollen. Alois Schinabeck (SPD) machte bereits im Schulbeirat deutlich, dass die Sanierung der Hans-Sauer-Schule nicht vordringlich sein könne. Andere Schulen hätten Vorrang. Als Beispiel nannte er die Hammerwegschule.

In saueren Apfel beißen

In der Diskussion, der auch eine reihe von Lehrkräften folgte, hatte lediglich Rainer Sindersberger (Bürgerliste) erklärt, dass man wohl in den saueren Apfel beißen und einen Standort schließen müsse. Er nannte aber keinen Namen. Sindersberger bezog sich auf den inzwischen ausgeschiedenen Schulamtsdirektor Jose Benker. Dieser habe im Frühjahr erklärt, Qualität und Angebote ließen sich nur mit zweizügigen Schulen bestimmter Größe aufrecht erhalten. Deshalb müsse man über weniger Standorte nachdenken. Schinabeck, selbst pensionierter Lehrer, entgegnete, im Landkreis gebe es genügend einzügige Schulen. "Und da sind die Kinder auch nicht dümmer als in der Stadt."

Zu Beginn hatte Zeiß einen langfristigen Ausblick gegeben. So sprach er bei der Gerhardingerschule von der Möglichkeit, eine Sporthalle zu bauen, oder dass es zu einem neuen Schulstandort in der Innenstadt komme. In die Schelter-Schule würden viele Kinder mit dem Bus kommen. Sie könnten in zehn Jahren vielleicht auch in die Rehbühlschule fahren, stellte der Stadtplaner eine weitere Möglichkeit in den Raum.

Hans-Jürgen Gmeiner (CSU) kritisierte, dass zwei Schulen weiter im Fokus stünden. Damit beraube man sich den Blick auf das Ganze. "Wir wissen doch überhaupt nicht, was in den nächsten Jahren kommt." Dr. Matthias Holl (SPD) zeigte sich froh über den Beschlussvorschlag der Verwaltung. "Eine Schließung bereitet keine Freude." Die begleitende intensive öffentliche Diskussion habe sicher Einfluss gehabt.

Schließlich wies die neue Schulamtsdirektorin Christine Söllner auf das Inklusions-Profil der Hans-Sauer-Schule hin. Jeder Schüler werde individuell gefördert. Sindersberger und Holl sahen dafür keinerlei Gefährdung.
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