Psychiater und Lieutnant Colonel der US-Armee spricht vor Studenten und Schülern
Trauma nach dem Krieg

Dr. Bryan Bacon, Lieutenant Colonel der US Armee, bei seinem Gastvortrag an der OTH Amberg-Weiden. Bild: hfz
Sie waren im Krieg. Sie nahmen an Kampfeinsätzen teil, sind beschossen worden. Menschen starben vor ihren Augen. Amerikanische Soldaten erlebten die Schrecken des Krieges in Afghanistan hautnah - und in vielen haben Tod und Zerstörung tiefe Spuren hinterlassen. Von diesen Soldaten und ihren Geschichten berichtete Dr. Bryan Bacon, Lieutenant Colonel der US-Armee, in seinem Gastvortrag "The Mental Health Costs of War" an der OTH Weiden.

90 Interessierte, vor allem Studierende der Medizintechnik und FOS/BOS-Schüler, hörten Dr. Bacon, einem Psychiater, zu. Organisiert hatte den Vortrag auf Englisch M.A. Amy De Vour, Wirtschaftsingenieurwesen.

Dr. Bacon leitet heute die Abteilung "Behavioral Health" des Bavaria Health Command der US-Armee und behandelt Soldaten mit psychischen Problemen. Vor 14 Jahren war er Teilnehmer der Operation Enduring Freedom, der militärischen Operation, mit der die USA auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 reagierte. Er betreute Soldaten während und nach dem Auslandseinsatz. Er weiß: "Der Krieg verändert jeden Menschen, manchen dramatisch."

30 Prozent der amerikanischen Soldaten kehrten mit psychischen Erkrankungen aus Afghanistan zurück, viele mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Diese Menschen waren gebrochen, selbstmordgefährdet und aggressiv, verhielten sich auffällig, berichteten von Albträumen und fanden schwer ins Leben zurück. Dr. Bacon berichtete von den Maßnahmen, die ergriffen wurden, um diesen Soldaten zu helfen. Sein wichtigster Rat war, Menschen mit seelischen Erkrankungen nicht zurück in den Krieg zu schicken.

Dr. Bacon selbst hat den Einsatz schadlos überstanden. Bildung, Religion, Familie und Elternhaus haben ihm geholfen, mit den Schrecken umzugehen. Zudem war er als Psychiater vom eigentlichen Kriegsgeschehen meist weit genug entfernt. Würde er erneut an einer Kriegsoperation teilnehmen, wollten die Zuhörer in Weiden wissen. Keine Phase in seinem Leben, antwortete Dr. Bacon, sei so bedeutend für seine Entwicklung gewesen wie Afghanistan. Er sei stolz darauf und würde sich wieder dafür entscheiden. Auch seinen Kindern würde er nicht davon abraten.
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