Radlerfreundlicher Umbau des Kolping-Platzes als Lieblingskind der Grünen
"Fahren die Autos, fährt der Bus"

Immer diese SPD. Sie picke sich Themen aus dem Verkehrsgutachten und bringe sich damit ins Gespräch. Und das wiederum ärgert Stadträtin Gisela Helgath von den Grünen. Schließlich ist der radlerfreundliche Umbau des Kolping-Platzes das Lieblingskind der Grünen - seit Jahrzehnten.

Im Hauptverwaltungsausschuss setzte Helgath dann auch gleich mal nach. Es sei höchste Zeit, das innerstädtische Verkehrsgutachten von Dr. Reinhold Baier zu beschließen, unter den aufgezeigten Alternativen zu wählen. Sollten die Absichtserklärungen der Genossen nicht nur ein Wahlkampf-Gag gewesen sein, dann sei es höchste Zeit, den vielen Diskussionen endlich Taten folgen zu lassen.

Diese werden weiter auf sich warten lassen. Schließlich hatte erst im März der Stadtrat den Untersuchungs- und Planungsauftrag an Coplan erweitert. So soll der Umbau des Adolf-Kolping-Platzes und der Christian-Seltmann-Straße bis hinaus zur Fichtestraße "betrachtet" werden. Überraschend erklärte Tiefbauamtsleiter Hubert Grillmeier, dass diese erweiterte Planung vorliege. Nun jedoch erhalte sie zunächst Verkehrsplaner Dr. Reinhold Baier zur Begutachtung. Erst in einigen Wochen werde sie den Stadträten vorliegen.

Verwundert über diese "Umwege" zeigte sich Hans Blum (CSU): "Der Gutachter begutachtet das Gutachten. Ich bin gespannt, was da raus kommt." Blum betonte zwar, dass er für Schutzstreifen für die Radfahrer sei. Doch auch der "motorisierte Individualverkehr" habe seine Rechte. Er sei gespannt, wie die Planer die knappe Verkehrsfläche in der Christian-Seltmann-Straße und am Adolf-Kolping-Platz verteile.

Zunächst einmal sprachlos machte Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann die Sprecherin der SPD-Fraktion im HVA, Gabriele Laurich. Die Genossen hätten keinen Deckungsvorschlag geliefert, wie die von ihr geforderte zweite zum Kolpingplatz führende Fahrspur der Nikolaistraße finanziert werden sollte, betonte Hubmann. Die zweite Spur mache den Verkehr flüssiger, das habe schon der einstige Versuch gezeigt. Wenn Dr.-Pfleger- und Sedanstraße zur Fußgängerzone würden, brauche die Innenstadt einen leistungsfähigen "Ring".

Die nicht nur von der SPD ins Gespräch gebrachte zweibahnige Einmündung der Weigel- in die Bahnhofstraße wird weiter verfolgt. Allerdings darf der Busverkehr nicht darunter leiden. "Fahren die Autos, fährt auch der Bus", sagte dazu Philipp Beyer (Bürgerliste).
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.