Radweg sorgt für Bewegung

Im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung standen erneut Entscheidungen zur Dorferneuerung. Erklärungen für die Etzelwanger Räte gab es auch zum Radweg zwischen Lehendorf und Etzelwang - einem WunschProjekt, das jedoch einiges an "Umbau" erfordert.

Eine Präsentation des Planungsstandes für die "Umgehungsstraße Mühlweg" bildete den ersten Tagesordnungspunkt. Stefan Pohlmann vom Planungsbüro UTA Ingenieure GmbH aus Amberg erklärte den bautechnischen Umfang für den Überbau des Etzelbaches.

Schutz vor Hochwasser

Wie bereits in der vorangegangenen Gemeinderatssitzung führte die Frage, inwieweit mit dem Projekt Maßnahmen des Hochwasserschutzes verbunden werden sollten, zu einer regen Diskussion. Diplom-Ingenieur Rainer Rubenbauer betonte, dass sich mit einer Anhebung des Bauwerkes um einen Meter das Rückhaltevolumen von 500 auf 8000 Kubikmeter erhöhen würde. Ein durchschlagender Erfolg könne damit jedoch nicht erzielt werden; außerdem sei das Zusammenwirken des Etzelbachs mit dem Reinbach nicht berücksichtigt. Sinn mache eine Anhebung daher nur im Zusammenhang mit weiteren Hochwasserschutzmaßnahmen. Experte Rubenbauer wies darauf hin, dass das Wasserwirtschaftsamt auf eine Berücksichtigung von Hochwasserschutzaspekten bestehen wird.

"Nicht finanzierbar"

Gerhard Pirner sieht das Ganze kritisch: "Ein Gesamtkonzept durch Rückhaltemaßnahmen ist bei einem Ansatz von zehn Millionen Euro nicht finanzierbar. Der durch die erhöhte Rückhaltung erzielende Zeitgewinn ist minimal und die optische Beeinträchtigung steht daher in keinem Verhältnis zum Nutzen." Nach seiner Meinung sollte sich die Trasse auf ihren eigentlichen Zweck als Umgehung beschränken und in Hinblick auf die Kosten möglichst einfach ausgeführt werden. Bereits der Durchlass mit zwölf Meter Länge sei überdimensioniert.

Willfried Schmidt schloss sich im Kern dieser Ansicht an. Auch nach seiner Ansicht solle der Umgehungszweck im Vordergrund stehen. Da es an einem Hochwasserschutz-Konzept bislang fehle, passe eine derartige Einbeziehung als Einzelmaßnahme nicht in die Planung. Allerdings gab er zu bedenken, eine zukünftige Nutzung als Erschließungsstraße nicht aus dem Auge zu verlieren.

Auf Anfrage von Bürgermeister Roman Berr räumte Rubenbauer ein, dass die zu erwartende negative Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes kein Ausschlusskriterium für die Genehmigung sei. Berr war für eine Beschränkung des Projekts auf den ursprünglichen Sinn. Es soll eine Abstimmung mit der Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung und schließliche ein Entschluss des Gemeinderats folgen.

Hermann Trager vom Landratsamt Amberg-Sulzbach und Manfred Lubrich die geplante Wegführung für den vom Landkreis geplanten Radweg zwischen Lehendorf und Etzelwang vor. Für die Trasse muss die Kreisstraße und teilweise der Lauf des Etzelbachs verlegt werden. Die Breite wird drei Meter betragen. Am Ortsausgang der Ortschaft Lehendorf ist der Einbau einer Querungshilfe für Radfahrer in Richtung Etzelwang vorgesehen. In Penzenhof sollen die Bordsteine abgesenkt werden, um ungehindert auf die Straße zum Skilift abbiegen zu können. Ferner ist geplant, die Brücke bei der Abzweigung zum Wertstoffhof zu verbreitern. Denkbar sei eine weitere Querungshilfe auf Höhe des Freibades; dies für den Fall, dass ein Gehweg auf der Freibadseite gebaut wird.

Hermann Trager antwortete auf Anfrage von Gerhard Pirner, dass ein Gehweg auf der anderen Straßenseite ausschließlich Gemeindeangelegenheit sei, auch wenn er förderfähig ist. Einen Zebrastreifen hielt er für nicht umsetzbar, ebenso Hindernisse zur Geschwindigkeitsbegrenzung, die Regina Kliem vorschlug.

Der Gemeinderat stimmte der Planung zu. Ergänzend betonte Gemeinderatsmitglied Willfried Schmidt die Wichtigkeit des Radweges. "Es handelt sich in dem betroffenen Bereich schließlich um das Tor zur Oberpfalz".
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