Räuber Kneissl wildert in der Bibliothek

Mit einem räuberischen Volksstück startet der neue künstlerische Leiter des Landestheaters Oberpfalz (LTO) in die neue Spielsaison. Till Rickelt will dem Publikum eine große Bandbreite bieten, seit mehreren Monaten laufen die Vorbereitungen.

Jetzt stehen auch die Besetzungen fest, und als neuer Schauspieler konnte Johannes Aichinger gewonnen werden. Er sammelte erste Erfahrungen als Kinderdarsteller beim LTO, seitdem steht er als Schauspieler in den Genres Klassisches und Modernes Theater sowie Musical auf verschiedenen Theaterbühnen. Von 2009 bis 2013 absolvierte er ein Schauspielstudium an der Akademie für Darstellende Kunst in Regensburg und beendete dies als staatlich geprüfter Schauspieler.

Für Kinder und Erwachsene

In der neuen Saison gibt Aichinger den Räuber in "Mein Bruder, der Räuber Kneissl". Premiere dieses Stücks bayerischer Geschichte von Christian Schönfelder und Georg Ringsgwandl für Kinder und Erwachsene ist am 24. Oktober in der Weidener Regionalbibliothek.

Es erzählt von einem Räuber, der gar kein Räuber sein will. Hiasl wächst in armen Verhältnissen auf. Wilderei und Diebstahl hat er in die Wiege gelegt bekommen, und dennoch träumt er von einem ehrlichen Leben als Schreiner und einem Neuanfang in Amerika.Doch der Ruf der Familie und das Misstrauen der Gesellschaft führen ihn zurück auf die schiefe Bahn. Dramatisch und mitreißend wird die wahre Geschichte des "bayerischen Robin Hoods" des späten 19. Jahrhunderts erzählt - mit Liedern von Georg Ringsgwandl und in Oberpfälzer Mundart.

"Das Stück liegt mir sehr am Herzen", erzählt Till Rickelt. "Es ist dramaturgisch und formal eines der besten Stücke, erzählt historische Ereignisse in sehr verdichteter Form. Es ist ein Stück, das in seiner besonderen Art für Kinder und Erwachsene zugleich funktioniert." Es wird als Veranstaltung für Familien aufgeführt, es gibt auch Nachmittags- sowie Schulveranstaltungen. "Es ist spannend, ob das Konzept aufgehen wird.", sagt Rickelt.

Gemeinsam mit der Choreografin und Diplom-Tänzerin Johanne Timm (Berlin/Waldmünchen) gibt es ein Tanzprojekt mit Jugendlichen aus der Region. Verstärkt will sich das LTO künftig auch der Kinder- und Jugendarbeit widmen und kooperiert hier mit dem Stadtjugendring Weiden und der Jugendbildungsstätte Waldmünchen. Ziel ist es, Jugendlichen gesellschaftliche und soziale Problemstellungen nahe zu bringen, sie zu eigenen Lösungsansätzen zu animieren, ohne den pädagogischen Zeigefinger zu heben.

"Rausch und Sucht"

Im Jugendzentrum Weiden findet Anfang 2015 ein Festival unter dem Oberthema "Rausch und Sucht" statt. "Das Theater soll sich dabei als eigene Herangehensform an die Problematik erweisen. Das Thema wird in einer Reflexion der sinnlichen Erfahrung des Theaters erarbeitet", erklärt der künstlerische Leiter. Interessierte Jugendliche können sich melden, einem Workshop im Herbst folgen wöchentliche Proben. Das LTO will so Theater nicht nur als Kulturkonsum vermitteln, sondern sich gesellschaftlich-pädagogisch engagieren. Jugendliche sollen die Möglichkeit bekommen, sich künstlerisch, kreativ, kulturell zu bilden, sie sollen Ästhetik erfahren, ihre Fantasie soll geschult werden.

Neue Impulse geben

Rickelt und das LTO-Team wollen neue Publikumsschichten erreichen, neue Impulse geben, neuen Schwung vermitteln. "Die Zahl der Vorstellungen und Produktionen steigt, es gibt jetzt einen Ganzjahres-Spielplan", betont der Leiter. Konzentriert man sich im Winter auf die Spielstätten in Weiden und Neustadt/WN, so geht es im Sommer wieder nach Leuchtenberg und Vohenstrauß.

Neben den Aufführungen in der Regionalbibliothek ist in Weiden eine "Open-Stage-Late-Night"-Reihe geplant. Nach geeigneten Orten wird noch gesucht, aber die Veranstaltungsform gibt jedem die Möglichkeit, sich vor Publikum zu präsentieren. Egal ob mit Musik, Kabarett oder Poetry-Slam.

___

Weitere Informationen im Internet:

http://www.landestheater-oberpfalz.de
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9311)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.