Rank kauft Südfleisch-Areal

Bereits seit Mai parken Rank-Fahrzeuge auf dem Gelände des ehemaligen Südfleisch-Schlachthofes. In der vergangenen Woche erwarb Stefan Rank das knapp 40 000 Quadratmeter große Areal in Weiden-West. Bild: Wieder
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
26.11.2015
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Das derzeit größte freie Gewerbegrundstück Weidens hat einen neuen Eigentümer. Stefan Rank erwarb das Südfleisch-Areal. Die Handwerksbetriebe Richard Rank bieten zwar zehn Gewerke rund ums Bauen und Renovieren an. Rank wird aber nicht ins Schlachter-Geschäft einsteigen. Er hat andere Pläne.

Und diese Pläne sahen zunächst vor, dass er ins neue Gewerbegebiet Weiden-West IV erweitert. Doch noch ist unsicher, ob und wann dort gebaut werden kann. Um die Platznöte zu lindern, pachtete Stefan Rank bereits 2009 in der Nachbarschaft seines 10 000 Quadratmeter großen Betriebes in der Dr.-von-Fromm-Straße Flächen an. Nur ein Notbehelf, denn die beiden, gerade mal ein Jahr alten Unternehmens-Ausgründungen entwickeln sich prächtig. Der RR-Mietpark (Spezialität: Hebebühnen) sowie die Rank Kran und Logistik (Autokräne bis 220 Tonnen Hubkraft) zeigen unglaublichen Platzhunger.

"Wir waren auf der Suche", bestätigt Stefan Rank am Donnerstag. Er stieß beim Eigentümer des seit Sommer 2014 geschlossenen Schlachthofes am anderen Ende der Dr.-von- Fromm-Straße auf offene Ohren. Neutrale Gutachter ermittelten den Marktpreis der Immobilie. Andere untersuchten mögliche Altlasten. Schon seit Mai konnte Stefan Rank die Fahrzeuge der beiden Neugründungen auf dem leeren Schlachthof-Gelände abstellen. In der vergangenen Woche unterzeichnete er den Kaufvertrag: "Kein Schnäppchen, aber ein gerechter Preis. Es waren viele offene Fragen zu klären. Die Verhandlungen waren fair und partnerschaftlich", betont Stefan Rank.

Hektischer Aufbruch

Die Bausubstanz des ehemaligen Schlachthofes ist solide. "1984 wurde massiv und gut gebaut". Allerdings gebe es doch einen schnell erkennbaren Unterhalts- und Sanierungsstau. "Ein Dach ist undicht." Die Büroausstattung ist komplett, bis hin zu Telefon- und Computerzentrale. Auf den Kleiderbügeln hängen die Kittel der Schlachter, darunter stehen die weißen Spezialschuhe. Sogar Kaffeemilch und Kuchenkrümel finden sich auf den Schreibtischen - Spuren eines hektischen Aufbruchs. "Es ist so, als wären die Leute nur kurz wegen eines Feueralarms weg", meint Rank, als er durch die Gänge streift.

In einem Holzkästchen im Chefbüro hängt noch der Goldene Schlüssel, den die Südfleisch München GmbH "dem Hausherrn Direktor Herbert Dobmeier" zur Betriebseröffnung am 19. Mai 1984 überreicht hat. Auch Teile der Produktionseinrichtung sind noch vorhanden.

"Wir sind froh, dass wir den Standort in Weiden sichern können. Das Grundstück gibt uns die Möglichkeit, in Weiden-West bleiben zu können." Etwa die Hälfte der rund 40 000 Quadratmeter großen Südfleisch-Geländes benötigt Rank selbst für die beiden Unternehmensausgründungen, die das weitere organische Wachsen des Familienbetriebes stabilisieren. Schon im nächsten Jahr werden weitere Unterstelldächer für die Fahrzeuge errichtet. Für Teile der rund 7000 Quadratmeter Büro- und Produktionsfläche gebe es erste Anfragen. "Wir sondieren." Interessenten gebe es sogar für Neubauten. "Diese wären möglich, das Gelände ist groß genug. Wir müssen nicht alleine auf dem riesigen Grundstück bleiben."
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