Rat und Hilfe für Baby und Mama

Eine Schwangerschaft verändert das ganze Leben. Dieser Satz hat auch nach 30 Jahren nichts von seiner Richtigkeit verloren. Die Schwangerenberatung der Caritas versucht dabei nicht nur, Wege in ein neues, geordnetes Leben aufzuzeigen: "Wir bieten auch ganz konkrete Hilfen", versichert Ursula Malterer, die mit fast 400 000 Euro ihre Frauen unterstützte.

Für die Leiterin des inzwischen neunköpfigen Expertenteams ist es der "x-te" Jahresbericht, den sie vorlegt. Die Sozialpädagoginnen sind mit Herzblut dabei. "Schwangerschaft und Geburt gehören zu den Situationen im Leben, die einschneidende, unwiderrufliche und lebenslang andauernde Veränderungen mit sich bringen", betont Malterer. Auch wenn das Umfeld optimal sei, werde eine Schwangerschaft meist von gemischten Gefühlen begleitet, von Neugierde, Befürchtungen und Unsicherheit. "Um wie viel drückender ist die Last bei unserem Klientel, das sich mit vielfältigen Problemen herumschlägt?"

Hilfe bitter nötig

Die Herausforderungen sind für immer mehr Mütter nicht mehr ohne Hilfe zu bewältigen. 1243 Frauen (plus 66) haben 2014 die Stelle aufgesucht. Beratungsprozesse beschränken sich nicht nur auf den Zeitraum der Schwangerschaft. Über die Hälfte der Frauen kam erst nach der Geburt zu den Familienberaterinnen.

Die Klärung existenzsichernder Fragen stehe zu Beratungsbeginn oft im Vordergrund und habe oberste Priorität. "Materielle Sorgen haben weitreichende Auswirkungen." So tauchten im weiteren Beratungsverlauf meist zusätzliche komplexe Sorgen auf: belastete familiäre Lebenssituationen, kriselnde Partnerschaft, Trennung, Brüche in der Lebensbiographie, fehlende Berufsausbildung, häusliche Gewalt, Alkohol-, Drogenprobleme, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz bis hin zu psychosomatische Beschwerden.

Ein großer Teil der Ratsuchenden beziehe nach wie vor Hartz IV und lebe damit am Existenzminimum. Selbst erwerbstätige Klientinnen, häufig in Teilzeitarbeit, brauchen zusätzlich Sozialleistungen, da ihr Erwerbseinkommen zu niedrig ist.

Schneller Absturz

"Die Probleme der Ratsuchenden werden immer komplexer und spiegeln die gesellschaftlichen Entwicklungen wider. In vielen Fällen wurde deutlich", so Malterer, "wie schnell ein Absturz auch aus einer geregelten finanziellen Situation in eine unsichere Zukunft gehen kann: Kündigung und Wegbrechen eines Einkommens nach der Geburt des Kindes, Krankheiten, Zeitarbeit oder Kurzarbeit sind Unsicherheitsfaktoren, die Schwangere und Familien mit kleinen Kindern beschäftigen."

Vertrauliche Geburt, Betreuungsgeld, Elterngeld Plus, der verstärkte Zustrom schwangerer Asylbewerberinnen und ihrer Familien - alle Mitarbeiterinnen müssen sich ständig auf neue Themen und Aufgaben einstellen, unterstreicht Malterer. Nur so ist es möglich, den Ratsuchenden in allen Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt eines Kindes passgenaue Hilfen anzubieten.
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