Regierungspräsident Bartelt kündigt Aktionen gegen Arbeitslosigkeit an
Hilfsangebote aus Regensburg

In seinem Eintrag im Goldenen Buch dankt Regierungspräsident Axel Bartelt für den "herzlichen Empfang in der wunderschönen Stadt Weiden". Mit dabei (stehend, von links): Bürgermeister Jens Meyer, OB Kurt Seggewiß und Bürgermeister Lothar Höher. Bild: Götz
Lange machte sich Axel Bartelt rar in Weiden, nachdem er im Februar 2014 sein Amt als Regierungspräsident angetreten hatte. Bis jetzt. Bereits am Donnerstag lauschte er den Hofer Symphonikern und dem "Singing Witt"-Chor in der Max-Reger.Halle. Am Montag dann das volle Weiden-Programm: Stadtführung, Besichtigung der "Notunterkunft Mehrzweckhalle" (wir berichteten), Teilnahme an der Gedenkfeier zum Novemberpogrom. Dazwischen ein Empfang im Neuen Rathaus. Wobei Bartelt ankündigte, sich jetzt häufiger in der Region blicken zu lassen: "Ich konzentriere mich nicht auf die südliche Oberpfalz - da läuft's ganz gut -, sondern auf die mittlere und nördliche Oberpfalz."

Konkret bot der 59-Jährige Weiden seine Hilfe bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit an. 6,7 Prozent im Oktober, wieder mal die höchste Quote in Bayern - "das bereitet mir nachhaltig Sorgen". Mit OB Kurt Seggewiß und den Spitzen der hiesigen Arbeitsagentur wolle er über "gemeinsame Aktionen" sprechen.

Ansonsten stand natürlich auch dieser Termin ganz im Zeichen der Flüchtlingskrise. Seggewiß verwies darauf, dass es der Stadt bereits nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gelungen war, 4000 Menschen zu integrieren. In Zeiten, da täglich 6000 bis 7000 Flüchtlinge nach Bayern strömten, brauche es vor allem Solidarität, betonte der Chef der Bezirksregierung. Die Menschen müssten gerecht verteilt werden. "Das System kommt sonst sicherlich auch mal an seine Grenzen." Enttäuscht äußerte sich Bartelt von der "Wertegemeinschaft Europa". "Leider auch bei unseren Nachbarn Tschechien, bei Polen, bei Ungarn vermisse ich die Solidarität."

Nicht nur Hand aufhalten

Europa bedeute nicht nur, "die Hand aufzuhalten, wenn man in Brüssel Gelder abrufen kann". Die Bundesrepublik sieht der Regierungspräsident daher vor einer ihrer größten Herausforderungen. "Eine Million Flüchtlinge können wir sicher verkraften. Im nächsten Jahr aber zwei oder drei Millionen - dann bekämen wir wirklich Probleme." Bartelt mahnte zudem, die sozial Schwachen in der eigenen Bevölkerung nicht aus dem Blickfeld zu verlieren. Und: "Dass es in der Oberpfalz so etwas wie Pegida nicht gibt, darauf können wir gemeinsam stolz sein."

Botschaften, die ankamen - und manche Irritationen zwischen Weiden und Regensburg in den Hintergrund rückten. Tatsächlich für eine "Zusammenarbeit stets in großer Harmonie" dankte Seggewiß dem Gast vom Bezirk. Der bekräftigte vor dem Eintrag ins Goldene Buch nochmals: "Ich möchte mich für Sie und Ihre Region einsetzen." Bartelt kommt nun wohl öfter zu Besuch.
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