Rehragout auf kubanisch

Aus bayerischen werden auf einmal kubanische Klänge: Die Musiker von den " Cuba-Boarischen" mixten in der Max-Reger-Halle die verschiedensten Musikrichtungen zusammen. Bild: Kunz

Die Idee ist echt gut. Auf Kuba Urlaub machen, sich in den "Casas de las Trovas" herumtreiben und bei Diaquiri akklimatisieren. Den Troubadouren zuhören, die für ein bisschen Kleingeld Musik machen und dann den feurigen, kubanischen Rhythmus nach Hause exportieren. Genauer gesagt: nach Bayern.

Kubanisch und boarisch mitanand - das sind "Die CubaBoarischen", die am Sonntagabend die Max-Reger-Halle aufheizten. Mit großer Spielfreude würzten die sieben Männer in einem vogelwilden Mix alpenländische Volksmusik mit Salsa, Cha-Cha-Cha und Latin Groove. Kopie oder Original. Bei dem Septett aus dem Mangfalltal war dies egal.

Die spielten wie Ruben Gonzalez, bliesen wie Arturo Sandoval und Paquito D'Rivera entweder Descargas, mit langen Improvisationen ausgefüllte Sones und Guaguancos, schnelle traditionelle Rumbas oder sie pflückten sich einfach Material, das man von den "Original Oberkrainern" her kennt. Früher nannten sich die Musiker um Hubert Meixner "Die Dorfmusikanten" und spielten ausschließlich traditionelle bayerische Musik.

Aber jener Kuba-Urlaub ließ sie einfach nicht mehr los. "Wenn man mal in Kuba war, dann kriegt man den Lebensstil mit und kommt mit den Leuten und den Musikern zusammen und man ist dann direkt drin", sagt Leonhard Meixner, ebenfalls Bandmitglied einmal dem Bayerischen Rundfunk. Das Fieber packe einen und lasse ihn dann einfach nicht mehr los. So wurden aus schlichten Musikanten "Die CubaBoarischen".

Und die hatten einen großen Auftritt gleich zu Beginn, als sie die Halle mit "Bien venidos" von hinten stürmten. Experimentierfreudig, mit Witz und verzwickten, komplexen Passagen schufen sie kompromisslose Sounds und mixten Genres, wie sie gegensätzlicher kaum sein können. Polka und Zwiefache mit Salsa, Chan Chan und karibischen Rhythmen, "Mondscheinbrüada" und "Rehragout" mit "Loco Loco" und "Guantanamera". Hinten tanzten begeisterte Zuschauer. Humor und Freude an der Musik ist das Markenzeichen der Band mit ihren hohen Ansprüchen auf Stilisierung und Rhythmik, vor allem aber auf die erstaunliche Bearbeitung von karibischer Musik. Die ungewöhnliche Besetzung gab ständig Möglichkeiten zu Instrumentenwechseln. So spielte der Percussionist nicht nur Gitarre, sondern auch eine wunderschöne Klarinette.

Erstaunliche Klangfülle

"Die Themen sind in den Liedern die gleichen wie bei uns", unterstrich Leonhard Meixner. "Entweder geht es um Berg und Tal oder um die Getränke und um die Frauen, das ist im Bayerischen genauso." Kubanisch versetzt allerdings mit erstaunlicher Klangfülle und einem enorm Ausdrucksspektrum. Die begeisterten 400 Besucher klatschten noch zwei Zugaben raus.
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