Reiche Ernte bei den Steuern

Kreisbäuerin Brigitte Trummer begrüßte die Bäuerinnen im Saal des Gasthauses Kopf in Altmannshof.

Für Landwirte reicht es längst nicht mehr, sich mit Ackerbau und Viehzucht auszukennen. Bauern brauchen mittlerweile Manager-Qualitäten, um einen Hof zu führen. Das zeigte sich auch bei der Ortsbäuerinnentagung in Altmannshof.

Investitionsabzug, Vermögensweitergabe, Kalamitätsnutzung - das sind nur drei Schlagworte aus der Versammlung im Gasthof Kopf. Tobias Dirmeier, Steuerberater bei der Landwirtschaftlichen Buchstelle, informierte die Bäuerinnen über die wichtigsten Neuerungen im Steuerrecht. Grundsätzlich sollte ein landwirtschaftlicher Unternehmer immer den Rat eines Steuerberaters einholen, da das Einkommensteuergesetz kaum noch überschaubar sei, erklärte Dirmeier.

Freibeträge beim Erben

Er riß grob den Investitionsabzug an, der gewinnmindernde Rücklagen für künftige Anschaffungen ermöglicht. Immer ein Thema sei die Erbschaftssteuer mit ihren Freibeträgen, gestaffelt je nach Verwandtschaftsverhältnis zum Verstorbenen. Wenn sich Erben bei der Vermögensweitergabe geschickt verhielten, könnten nach zehn Jahren alle in Anspruch genommenen Freibeträge noch einmal ausgenutzt werden.

Für landwirtschaftliche Betriebe gebe es die sogenannte Verschonung, bei der 85 Prozent des Wertes steuerfrei bleiben. Einen weiteren Freibetrag gebe es in Höhe von 150 000 Euro, so dass etwa der Wert einer Million steuerfrei bleibe, wenn der Betrieb fünf Jahre fortgeführt werde. Nicht in die Verschonung, so Dirmeier, fielen Mietshäuser, Bauland und Geldvermögen.

Schaden sofort melden

Seit 1. Juli sei eine einfache Gewinnermittlung für Kleinbetriebe in der Land- und Forstwirtschaft möglich. Dirmeier wies weiter auf die Kalamitätsnutzung für Forstbetriebe hin, die bei Eis-, Schnee- oder Windbruch, Käferfraß und Brand in Anspruch genommen werden kann. Die Kalamitätsnutzung wirke sich aus steuerlicher Sicht gewinnmindernd aus. Sie müsse sofort nach Schadenseintritt mit der geschätzten Menge dem Landesamt für Steuern gemeldet werden.

Weiterer Themenschwerpunkt war der Brandschutz in Haus und Hof. Der Schmidmühlener Feuerwehrkommandant und Kreisbrandmeister Jürgen Ehrnsberger gab einen Überblick über die aktuellen Fallzahlen und die besten Schutzvorkehrungen. Dabei warb er eindringlich um den Einbau von Rauchmeldern in den Wohnungen. Optimal seien Geräte, die miteinander vernetzt sind und in allen Räumen Alarm auslösen, selbst wenn nur in einem Zimmer Rauch entsteht. Bei Neubauten sei der Einbau von Rauchmeldern bereits Pflicht. Spätestens zum 31. Dezember 2017 müssten in allen Wohnungen Rauchmelder installiert sein. Der Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands, Thomas Bayerl, Leitender Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz und Kreisbäuerin Brigitte Trummer hatten die Tagung organisiert.
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