Reise durch Kunstnacht

Beim Poetry-Slam las unter anderem Meikel Ratz.

Der Zug fährt direkt am Alten Rathaus ab. Meikel Ratz, 22 Jahre alter Wortkünstler, erzählt von einer Bahnfahrt. In seiner Geschichte geht es darum, dass "ich weg will, irgendwohin, wo es warm ist". Zum Glück wollen die Menschen in Weiden an diesem Abend genau das nicht.

Freitagnacht, Oberer Markt. Der "Kunstgenuss bis Mitternacht" nimmt langsam Fahrt auf. Zu den Stationen in diesem Jahr gehört auch ein Platz für einen Poetry-Slam vor dem Alten Rathaus. Junge Autoren wie Meikel Ratz tragen selbst geschriebene Texte vor. Und während er in seiner Geschichte von einer Zugfahrt in wärmere Gefilde und der Suche nach sich selbst berichtet, schwärmen die Menschen aus in die kühle, aber trockene Nacht. Suchen müssen sie dabei nicht lange.

Es reichen zum Beispiel nur ein paar Schritte. Ins Alte Rathaus. Auch dort startet eine Reise. Eine, die "Zurück in die Zukunft" führt. Mit Musik aus diesem und anderen Filmen garniert im Großen Saal die Theatererlebnis IG ihre Vorführung, in der es um Hollywoods Tricks und Soundeffekte geht. In der Gegenwart geht es derweil vom Stadtmühlweg aus nach Kuba. Die Insel ist Thema einer Ausstellung in der Kanzlei Dr. Kraemer, organisiert von Peter Klein. In höhere Sphären führt dagegen der "Chor Di Sono" in der Michaelskirche. Seine Auftritte, die eine Ausstellung mit Werken von Arlan Birner und Wirtschaftsschülern begleiten, bringen schon bald eine gut gefüllte Kirche und viel Applaus.

Viel zu entdecken gab es am Freitag beim "Kunstgenuss bis Mitternacht" in Weiden. Unsere Fotografin Petra Hartl war mit der Kamera dabei.

52 Stationen sind es insgesamt bei diesem "Kunstgenuss". Sie bieten Fotoschauen in der Kletterhalle oder in der Zoiglstube, Vorführungen in der Galerie ebenso wie beim Goldschmied. Alles sehen - das ist an diesem Abend natürlich unmöglich, räumt Martin Rumpler ein, Vorsitzender des federführenden Stadtmarketingvereins "Pro Weiden". Macht aber nichts, ergänzt OB Kurt Seggewiß bei der Eröffnung. Die Nacht sei natürlich trotzdem "eines der schönsten Events im Jahreskalender". Wer eine Station verpasst hat, kann ja auch nächstes Jahr nochmal vorbeischauen. Für den "Kunstgenuss" ist der Zuge eh noch längst nicht abgefahren.
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