Richtige Wege eingeschlagen

Gute Kunde, gute Kunden: Viele Tschechen sehen in Weiden ein Einkaufs- und Freizeitparadies - so lässt sich eine Studie der Industrie- und Handelskammer interpretieren. Die Stadt fühlt sich bestätigt.

Der IHK zufolge geben tschechische Besucher rund 13,2 Millionen Euro jährlich in der Max-Reger-Stadt aus (wir berichteten). "Eine große Botschaft", sagt Kurt Seggewiß. "Das hat uns bekräftigt, dass die Wege, die wir eingeschlagen haben, die richtigen sind."

Eine gute Nachricht also - und um die noch einmal zu unterstreichen, hat der Oberbürgermeister zum Pressegespräch geladen. Wie bedeutend in vielerlei Hinsicht Touristen und vor allem Kunden aus dem Osten sind, stellt dabei Wirtschaftsförderin Cornelia Fehlner am Beispiel von "Depot" dar. Die Filialkette, die unter anderem Accessoires verkauft, siedelte sich vergangenes Jahr auch deshalb bewusst in Weiden an, "um den Weg nach Osteuropa auszutesten". Sprich: um die Kunden aus Tschechien besser kennenzulernen.

Nur: Warum kommen die Nachbarn aus dem Osten so gerne nach Weiden? Die Studie nennt unter anderem die Schuh- und Klamottenläden in der Innenstadt, deren Angebot gerade in Westböhmen einen guten Ruf hat. Aber auch Einrichtungen wie die Thermenwelt ziehen, die Weidener Gastronomie wird ebenso überdurchschnittlich gut bewertet.

Attraktive Initiativen

Ein weiterer Grund könnte aber auch erfolgreiches Marketing sein. Petra Vorsatz, Chefin des Tourismusamtes, zählt viele Initiativen auf, mit denen die Stadt Gäste lockt. Unter anderem nennt sie eine Kooperation mit der Bayern Tourismus Marketing GmbH, aber auch Sonderbeilagen in tschechischen Zeitungen und Werbung im Internet. Mit Übernachtungszahlen, räumt sie ein, lasse sich der Erfolg der Maßnahmen natürlich kaum belegen - schließlich ist Weiden wegen seiner Nähe zur Grenze eher das Ziel von Tagesausflüglern. Aber die Erfahrung - etwa auf Tourismusmessen - sei, dass Weiden im Nachbarland durchaus bekannt ist.

Ebenfalls auf Vermarktung in Tschechien setzt "Pro Weiden". Und zwar schon lange, wie Geschäftsführerin Andrea Schild-Janker sagt. So gebe es schon seit Jahren einen eigenen Arbeitskreis beim Stadtmarketingverein, der dann 2008 ein Konzept erstellt habe. Seither bewerbe man Weiden beispielsweise mit Postwurfsendungen in Westböhmen. Darin würden nicht zuletzt Großereignisse wie "Weiden träumt", das Herbstfest oder der Christkindlmarkt angepriesen. Dass die Tschechen gerade zu solchen Terminen gerne kommen, zeigt die IHK-Studie, aber auch die Zählung von tschechischen Nummernschildern auf Weidener Parkplätzen durch "Pro Weiden".

Daneben biete der Verein Mitgliedern einen Übersetzungsservice, etwa für Schilder oder Speisekarten, und Sprachkurse. Auch auf den Internetseiten des Vereins fänden sich Infos auf Tschechisch - ein Bereich der mit der Neugestaltung der Seite in diesem Jahr noch ausgebaut werde. Das sei wichtig. Denn all die Maßnahmen "bringen nur etwas, wenn man langfristig dranbleibt".
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