"Ring" eckt an

Auch bei Mallersricht-Ziegelhütte könnten die alten Masten durch neue ersetzt werden. Archivbild: Dobmeier

Der Bauernverband warnt: Für die Stromtrasse "Ostbayernring" müsste Wald gerodet werden. Insgesamt rund 460 Hektar.

Kritisch hinterfragte der Bayerische Bauernverband bei der Bezirksobmanntagung im Postkellersaal den Bedarf des "Ostbayernrings". Wie berichtet, will Netzbetreiber "Tennet" die 187 Kilometer lange Stromtrasse zwischen Redwitz (Kreis Lichtenfels), Marktredwitz, Windischeschenbach nach Etzenricht und Schwandorf bis zum Jahr 2020 erneuern, von 220 auf 380 KV-Wechselstrom umrüsten.

Tatsache sei, dass Bundestag und Bundesrat den Ausbau 2012 beschlossen hatten, da die Trasse momentan angeblich weit über der erlaubten Kapazität laufe. Industrieneuansiedlungen und Arbeitsplätze bräuchten Energie - wie auch die Landwirte, meinte BBV-Kreisobmann Josef Fütterer. Im Gespräch mit "Tennet"-Projektleiter Andreas Herath habe er erfahren, dass die alte Leitung zu schwach sei. Entstehen solle eine neue mit 70 Meter hohen Strommasten. Die alten Anlagen einschließlich Fundamenten würden rückgebaut. Die Führung orientiere sich größtenteils, aber nicht immer an den alten Masten.

Sanfte Drohung

Dazu müssten auf einer Länge von einem Drittel - das entspricht in etwa 62 Kilometer mit einer Fläche von 460 Hektar - Wald gerodet werden, um die nötige Freifläche für die Trasse links und rechts der Stahlgiganten zu schaffen. Fütterer richtete eine sanfte Drohung des Widerstandes an die Betreiber, wenn sechs Hektar Ausgleichfläche in Form von landwirtschaftlicher Nutzfläche bei 400 Masten (mit je 150 Quadratmetern Raumbedarf) veranschlagt würden. Außerdem möchte er die 1974 praktizierte einmalige Abfindung gegen eine jährliche Ausgleichszahlung ersetzt wissen, da heute die Landwirte immer noch um die Strommasten kurven müssten. Auch das Weidener Gebiet solle gestreift werden.

Ein Landwirt merkte an, dass mit dem Wegfall der Porzellan- und Glasindustrie in der nördlichen Oberpfalz eigentlich Energiekapazitäten vorhanden sein müssten. Fütterer erinnerte in diesem Zusammenhang an die Kraftstromleitung, die zum Betrieb der Kontinentalen Tiefbohrung Anfang der 90er Jahre gedient und separat vom Atomkraftwerk in Landshut den Energiebedarf sichergestellt hatte.
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