Robert Coyne demonstriert in Weiden seine Qualitäten als Sänger, Gitarrist und Songwriter
Sanft und melancholisch ins Innerste

Natürlich geht es in erster Linie um das, was zu hören ist. Und trotzdem: Im ersten Moment siegt das Optische noch über das Akustische des Instruments. Denn die - salopp gesagt spartanisch gestaltete - Frameworks-Gitarre ist etwas ganz Besonderes.

Das passt ganz gut zum Künstler am Instrument, der ebenfalls etwas Besonderes ist - nämlich ein exzellenter Sänger und Songwriter: Mit Robert Coyne aus London ging die "Klein & Kunst"-Reihe im Untergeschoß der Max-Reger-Halle am Donnerstag in die nächste Runde. Begleitet wurde der 45-Jährige von seinem langjährigen Freund Werner Steinhauser am Schlagzeug.

Coyne? Klar, die Verwandtschaft lässt sich weder musikalisch noch optisch leugnen. Der 2004 verstorbene Vater Kevin, fast zwei Jahrzehnte in Nürnberg zu Hause, hat seine Spuren hinterlassen. Und Fußspuren, die von Sohn Robert mehr als würdig ausgefüllt werden. Dieser ist zwar weniger den rockigen, sondern mehr den sanfteren, teils auch melancholischeren Klängen verbunden. Auf Robert Coyne muss sich der Zuhörer erst einmal einlassen, fürs "einfach mal Hinhören" ist die Musik nicht gemacht. Der Songwriter nimmt auch in Weiden das Publikum mit in sein Innerstes, hin zu seinen Empfindungen, Gefühlen, Gedanken. Wie ein roter Faden zieht sich dies durch den Abend, Coyne und seine Gitarre lassen sich nicht voneinander trennen. Hat er die Gitarre gefunden oder die Gitarre ihn? Die Lieder sind zum Teil noch ganz "frisch", davon zeugen die Blätter mit handgeschriebenen Texten, die vor Coyne auf der Bühne liegen und die immer wieder als Hilfen dienen.

Werner Steinhauser, der bereits mit Kevin Coyne zusammengearbeitet hat, sorgt als tiefenentspannter Drummer für den nötigen Rhythmus. Coynes gesungene Geschichten - immer wieder kommen beispielsweise Personen aus dem Buchladen vor, in dem er arbeitet - ziehen in den Bann und machen Lust auf Mehr. Mission erfüllt, könnte man sagen, denn das macht einen guten, einen erfolgreichen Songwriter aus. Umso bedauerlicher deshalb die Kürze des Konzertes: Nur knapp 80 Minuten inklusive 15 Minuten Pause und der drei Zugaben - das ist zu wenig. Beim nächsten Weiden-Auftritt sollte Coyne hier unbedingt nachlegen: Das Repertoire dafür hätte er.
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