Rösch rät: Heizsysteme in Neu- und Altbauten richtig einsetzen
Mit neuer Anlage warm werden

Heizsysteme für Alt- und Neubauten stellte Geschäftsführer Matthias Rösch vom "Energie-Technologischen Zentrum" vor. Sie müssten individuell abgestimmt sein, um effizient zu wirken und den ökologischen Ansprüchen zu entsprechen. Bild: rdo
Ob im Alt- oder Neubau - effiziente Heizsysteme, die optimal zu den Gegebenheiten passen, sind gefragt. So gelingt es, die Heizkosten zu minimieren und die Umwelt zu schonen, erklärte Dipl.-Ing. Matthias Rösch. Erneuerbare Energien seien zielführend.

Der Geschäftsführer des "Energie-Technologischen Zentrums" (etz) erläuterte in der VHS-Cafeteria die Möglichkeiten der effizienten Gebäudebeheizung. Die Energiekosten für eine 70-Quadratmeter-Wohnung hätten sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Ziel des Energiekonzepts der Bundesregierung bis 2050: 60 Prozent Energieeinsparung im Wohngebäudebestand bei Raumwärme und Warmwasser.

Bei Neubauten gibt das Erneuerbare-Energie-Wärme-Gesetz (EEG) den Prozentsatz zur Verwendung regenerativer Energien vor. Möglichkeiten sind die Nutzung von Geothermie mit Erdbohrungen, Luftwasserpumpen oder Mikro-Blockheizkraftwerken, Elektro-Wärmepumpen, Pellet-Niedertemperaturkesseln, -Brennwertkesseln, Scheitholzkesseln und -vergaserkesseln. Die Energie werde bei Niedrigtemperatur über die Fläche, beispielsweise die Fußbodenheizung, verteilt. Gekoppelt mit Solarthermie zur Warmwasseraufbereitung und Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage für eingesetzte Pumpen, lasse sich ein gutes Preis-Leistungsverhältnis erzielen.

Energie auf Vorrat

Viele der benannten Heizsysteme enthielten Pufferspeicher für Warmwasser, um Energieüberproduktion im Haus auf Vorrat zu bunkern - etwa für die Nacht oder trübe Tage. Die Pelletheizung sei CO2-neutral, die Scheitholz-Heizanlage ebenfalls. Letztere sei aber arbeitsintensiver: wegen des Herstellungsaufwands beim Holz und der anfallenden Asche. Bei Altbauten komme eine komplette Heizungsanlagen-Erneuerung meist nur bei Generalsanierungen in Betracht. Aber mit Gas- und Ölbrennwerttechnik lasse sich bessere Energieeffizienz erzielen. Als Multitalent gelte die Hybrid-Anlage, die kombiniert mit Gas-Brennwertkessel, Kaminofen und Wassertasche sowie Solarthermie auf dem Dach, zu jeder Jahreszeit die richtige Energieform liefere.

Berater fragen

Zur Nutzung der Erdwärme gebe der Energie-Atlas Bayern erste Auskünfte. Energieberater seien Ansprechpartner bei der Frage, ob diese Möglichkeit zum Beispiel wegen Grundwasservorkommen überhaupt genutzt werden kann.

"Alte Warmwasserpumpen sind wahre Stromfresser", sagte Rösch. Die Kosten für eine neue Pumpe rechneten sich aufgrund der Energieeinsparung binnen weniger Jahre. Bis 30. November biete die Stadt ein bezuschusstes staatliches Austauschprogramm für Privathaushalte an. Man sollte nicht am falschen Ende sparen und auch einmal eine alte Heizungsanlage austauschen, riet Matthias Rösch. Das etz - Eingang auf der Rückseite der Max-Reger-Halle - bietet kostenlose Erstberatung zu Energiethemen an.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9311)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.