Rolf Merold begrünt das Umfeld seines Fachgeschäfts in der Dr.-Martin-Luther-Straße
Pflanzzeit am Biomarkt

Landschaftsarchitekt Anton Robl und Marktleiterin Evita Smart vor der künftigen Grünanlage des eseo-Bio-Ladens. Bild: Götz
Es ist Zeit für Neues - und das muss vor einem Bio-Markt natürlich Grün sein. Seit fünf Jahren hat sich der 900 Quadratmeter große Bio-Laden in der Dr.-Martin-Luther-Straße etabliert. Nun gestaltet Inhaber Rolf Merold das Umfeld um - mit Apfelbaum, Eberesche, Kleinsträuchern und Kräutern.

Als Blickfang an der Einfahrt zum "eseo"-Markt (eat smart eat organic) platzierte Landschaftsarchitekt Rolf Robl aus Furth im Wald eine Gruppe aus Findlingen, die ein Gewicht von 25 Tonnen auf die Waage bringen. "Original aus der Oberpfalz und wollsackverwittert", betont Robl, der mit Sohn Anton und den Mitarbeitern 2000 Blumen steckt. Sie werden im nächsten Jahr zur vollen Pracht erblühen. Die Sorten sind dabei so gewählt, dass die Blüten während des ganzen Sommers Farbtupfer bilden.

Die abgeblühten Blumen werden durch Kulturpflanzen und durch verschiedene Gemüsesorten ergänzt. Broccoli und Kohlrabi wachsen dann am leichten Hang vom Markt zum Bürgersteig - Anschauungsmaterial für Kunden und Kinder, die das Gemüse ansonsten nur fertig verpackt aus dem Regal kennen.

Damit will Merold aber auch dem Trend aus den Großstädten folgen, in denen Bürger Obst und Gemüse nicht nur auf Balkon und Dachterrassen "ziehen", sondern sich beim "Urban Gardening" in neuen Formen des gemeinschaftlichen Gärtnerns erproben. Mitten in den Zentren ziehen sie sich nicht in ein privates Refugium zurück. Sie wollen bewusst "eine andere Stadt pflanzen". Brachflächen, Parkgaragendächer und andere vernachlässigte Orte werden in eigener Regie in grüne, lebensfreundliche Oasen verwandelt.

Urbane Gärten sind offene Orte, alle sollen erfahren können, woher die Lebensmittel kommen, was biologische Vielfalt bedeutet, wie man Saatgut selber reproduzieren kann. "Man will einen urbanen Lebensstil, aber weder auf den Konsum reduziert sein noch auf Natur verzichten. Lebensmittel sollen das Leben bereichern und die Lebensqualität erhöhen - aber nicht die Ausbeutung von Menschen und Tieren. Auch mir geht es um die Nachhaltigkeit", betont der Unternehmer, der in der Weigelstraße einen zweiten Bio-Markt betreibt.
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